1

12.10.2021, 09:29

Motorradklassiker: 120 Jahre Royal Enfield

#Motorrad 
#Deutschland 
#Motor 
Royal Enfield baut seit 120 Jahren Motorräder

Puristische Motorräder sind beliebt, sie haben eine große Fangemeinde. Viele Hersteller legen daher in letzter Zeit wieder Zweiräder im Retro-Design auf. Anders Royal Enfield, die indische Motorradmarke baut seit 1901 Zweiräder. Einige ihrer Modelle zeigen sich über viele Jahrzehnte völlig unverändert.

Der indische Hersteller gilt als der älteste Motorradproduzent der Welt, der immer noch aktuelle Motorräder verkauft - wenn auch unter verschiedenen Besitzern. Harley-Davidson startete erst 1903, Triumph 1902. Ab 1891 produzierte die Enfield Manufacturing Company Limited Fahrräder und Präzisionsbauteile für die Kleinwaffenfabrik Royal Small Arms Factory in Enfield, Middlesex, erläutert Gordon May. Zwei Jahre später nannte sich das Unternehmen in Royal Enfield um, so der Historiker bei Royal Enfield in Großbritannien.

Von England nach Indien

1898 entstand ein erster Prototyp eines Vierrads. 1901 folgte das erste Motorrad der Marke - mit 1,5 PS. Acht Jahre später der erste V2-Zylinder. Doch erst mit Seitenwagen wurde die Marke ab 1912 bekannt und erfolgreich, vor allem als Einsatzfahrzeug für den Ersten Weltkrieg. Die Briten produzieren seitdem Zweiräder, etwa seit 1932 die 250er, 350er und 500er Bullet. Seit 1949 verkauft Royal Enfield seine Maschinen in Indien.

Die indische Armee suchte 1951 ein Motorrad für Gelände, Wüste, Berge und Straße. Dazu sollte es einfach zu reparieren sein. "Die 350er Bullet von 1948 war für die Armee perfekt, weil sie leicht, stark, robust und geländetauglich war", sagt Gordon May. "Es war das erste Serienmotorrad mit hinteren Dämpfern." Die Bullet wurde so erfolgreich, dass der Importeur den Typ auch an die Bevölkerung verkaufen wollte. Wegen Einfuhrbeschränkungen gründete das Unternehmen 1955 mit Royal Enfield eine neue Firma: Enfield India.

Von Indien zurück nach Europa

Die Maschine erfreute sich in Indien großer Beliebtheit und beherrschte bald das Straßenbild. Als Royal Enfield 1967 in Großbritannien pleiteging, produzierte der indische Ableger die Bullet weiter, exportierte sie ab 1977 nach Europa.

Ende der 1980er-Jahre geriet das Unternehmen in Schwierigkeiten, als japanische Motorräder den indischen Markt fluteten. Daher wurde Enfield India 1994 von der Eicher-Gruppe übernommen und nennt sich seither Royal Enfield.

Klassischer Look mit aktueller Technik

"Es gibt kaum einen anderen Motorradhersteller, der eine solch lange Tradition besitzt", sagt auch Markus Biebricher von der Zeitschrift "Motorrad". Neben ihrer Geschichte bieten die Zweiräder seiner Meinung nach noch andere Vorzüge: "Maschinen von Royal Enfield zeichnen sich durch einfache und robuste Technik aus, ein Gegenpol zu den meist hoch technisierten europäischen und japanischen Maschinen."

Die Firma entwickelte nie Rennmaschinen wie Triumph oder Norton, sondern verlässliche Maschinen für den Alltag. "Royal Enfield baut Maschinen für Motorradfahrer, die ein puristisches Zweirad ohne viel Technik, Kraft und Luxus suchen", sagt Biebricher. Und: "Trotz vieler Gerüchte sind die nach Deutschland importierten Motorräder nicht besonders pannenanfällig."

Zudem sehen die aktuell erhältlichen Modelle Meteor, Continental GT, Interceptor und Himalayan wie historische Bikes aus. Sie kosten im Vergleich zu Wettbewerbern wenig und starten ab rund 4.400 Euro.

Welche Oldtimer-Modelle ganz besonders sind

Royal Enfield war auf dem europäischen Festland schon immer eine Nischenmarke, meint Frank Meißner vom Marktbeobachter Classic Analytics. "Technisch waren die Motorräder gute Massenwaren auf der Höhe ihrer Zeit, die gut funktioniert haben, aber nicht durch technische Experimente auffielen", sagt Meißner. Eine Ausnahme: eine Dieselversion der Bullet.

Als Ikone der Marke sieht der Klassik-Experte die 350er Bullet, eine Maschine, die seit über 70 Jahren produziert wird, aber auch die 700er Super Meteor der 1960er-Jahre. Gepflegte Maschinen aus den 1960er-Jahren wie eine Bullet 500 in wirklich gutem Zustand haben einen Marktwert von 6.000 bis 8.000 Euro. Für einen Klassiker einer 120 Jahre alten Motorradmarke ein überschaubarer Preis.

Auf den Geschmack gekommen?

Das könnte dich auch interessieren:

#Auto 
#Deutschland 
#Motor 
#Sicherheit 

Bei starkem Wind oder Sturm braucht niemand mit dem Schlimmsten rechnen. Es kracht ja nicht gleich ein Baum aufs Auto. Doch wer Gefahrensignale ignoriert, bringt sich und andere in Gefahr.

Stehen die Zeichen auf Sturm, sollten Autofahrer besonders aufmerksam unterwegs sein, Warnzeichen ernst nehmen und jederzeit mit Seitenwind rechnen. Um richtig reagieren zu können, gilt es, das Lenkrad besonders gut festzuhalten und das Tempo zu drosseln, sobald sich Bäume und Büsche deutlich zur Seite neigen, rät die Prüforganisation Dekra. Dann sei es auch wichtig, auf entsprechende Warnschilder und Windsäcke zu achten.

Starker Seitenwind und Sturmböen können Fahrzeuge unter Umständen weit zur Seite abdrängen und etwa Lastwagen oder Busse im Extremfall sogar umkippen, weshalb man an Brummis & Co besonders aufmerksam vorbeifahren sollte. Grundsätzlich gelte: Je höher die Geschwindigkeit, desto größer das Kipprisiko eines Fahrzeugs, aber auch die Gefahr, als Autofahrer selbst vom Wind abgedrängt zu werden.

Unbedingt langsamer fahren

Also: Fuß vom Gas. Und wer merkt, dass sein Fahrzeug wegen einer großen seitlichen Angriffsfläche empfindlich reagiert, sollte noch einmal langsamer fahren. Eine ungünstig große Angriffsfläche können nicht nur Lastwagen, Busse und Transporter bieten, sondern auch Wohnmobile, SUVS, Vans oder Autos mit Dachboxen.

Auch beim Passieren von Waldschneisen oder bei der Ausfahrt aus Tunneln droht Gefahr: Sobald man mit seinem Fahrzeug den Windschatten verlässt, kann der Wind schlagartig aufs Auto treffen und energisches Gegenlenken notwendig machen. Das gilt auch auf Brücken und Hochebenen, wo Windstöße ohnehin jederzeit ungehindert angreifen können.

Stürmt es richtig, stoppt man besser

Bei wirklich starkem Sturm muss es aber heißen: Fahrt unterbrechen und Schutz suchen, bis sich die Lage beruhigt hat - dabei wegen Verletzungs- und Lebensgefahr nicht in unmittelbarer Nähe von Bäumen parken. Denn es könnten abgerissene Äste umherfliegen. Und im schlimmsten Fall stürzt ein vom Sturm umgerissener Baum tatsächlich aufs Auto.

#Auto 
#Motor 
#Deutschland 

Pensionistenschleuder oder Pampersbomber? Solche spitzen Bemerkungen muss sich die B-Klasse zuweilen gefallen lassen. Abgesehen vom durchwachsenen Image, ist er als Gebrauchter aber eine gute Wahl. Die B-Klasse von Mercedes hat jedenfalls ihr Fett weg. Dabei hat sie auch Familienvan-Qualitäten - zumindest, wenn nicht mehr als vier Leute zusteigen.

Modellhistorie: Die zweite Generation startete 2011 und löste die seit 2005 produzierte Erstauflage ab. Ende 2014 kam das Facelift mit äußerlichen Retuschen in den Handel, die Motoren erfüllten fast sämtlich die Abgasnorm Euro 6. Die dritte Generation kam Anfang 2019 auf den Markt.

Karosserievarianten: Die Mercedes B-Klasse ist ein fünftüriger Kompaktvan. Typisch ist die recht hohe Sitzposition.

Abmessungen: 2. Generation: 4,36 m bis 4,39 m x 1,77 m bis 1,81 m x 1,56 m bis 1,60 m (LxBxH), Kofferraumvolumen: 488 l bis 1547 l; Erdgas (NGT) und Elektro (Electric Drive/250 e): 501 l bis 1456 l.

Stärken: Die B-Klasse fährt sich komfortabel, das Innenraumambiente ist markentypisch galant. Seine Vanqualitäten zeigt der Kompaktklasse-Mercedes beim Stauvolumen. Die HU meistert das Fahrzeug mit Bravu, laut "Auto Bild Tüv Report 2020" gibt es weder bei den Fahrwerkskomponenten noch beim Ölverlust oder der Auspuffanlage Ausreißer. Dazu kaum Verschleiß der Bremsscheiben, und die Bremswirkung ist über alle Jahrgänge sehr gut.

Schwächen: Der Tüv-Report führt an: Gammelnde Bremsleitungen bei Fahrzeugen, die im Alter von sieben Jahren zur dritten HU vorfahren. Überdurchschnittlich oft monieren die Prüfer Probleme mit den Rückleuchten schon in jungen Jahren.

Pannenverhalten: Der ADAC schreibt mit Blick auf seine Pannenstatistik: "Die B-Klasse schneidet durchweg gut ab." Mängelschwerpunkte nennt der Club keine.

Motoren: 2. Generation: Benziner (Vierzylinder mit Front- und Allradantrieb): 75 kW/102 PS bis 155 kW/211 PS; Diesel (Vierzylinder mit Front- und Allradantrieb): 66 kW/90 PS und 130 kW/177 PS; Erdgas: (Vierzylinder mit Frontantrieb): 115 kW/156 PS; Elektro (E-Motor und Frontantrieb): 132 kW/180 PS.