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29.07.2021, 08:55

Piekfeiner Panzerwagen: Mercedes S-Klasse Guard

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Für Laien unauffällig ist die Guard-Version der S-Klasse massiv gepanzert

Für manche Autofahrer heißt Sicherheit mehr als Airbags und Assistenzsysteme: Für sie liefert Mercedes die S-Klasse auch als schusssichere Limousine. Doch diese Sicherheit hat ihren Preis.

Mercedes bietet die S-Klasse ein Jahr nach der Premiere nun auch wieder als Sonderschutz-Limousine an. Wer das Flaggschiff der Schwaben für Deutschland-Preise ab 547.400 Euro als S 680 Guard bestellt, bekommt laut Hersteller eine massive Panzerung wie es sie sonst bei keinem anderen Serienfahrzeug gebe. Mit der Schutzklasse VPAM VR10 erfülle die S-Klasse die höchste ballistische Prüfstufe für Zivilfahrzeuge und halte damit neben Sprengstoffattacken unter anderem auch dem Angriff mit Handgranaten und dem Beschuss mit Scharfschützengewehren stand, so der Hersteller weiter.

Über 600 PS aber nur knapp über Tempo 200 Spitze

Von außen nahezu nicht zu erkennen, trägt die S-Klasse dafür unter ihrer Aluminium-Karosserie eine ausgeklügelte Grundkonstruktion aus überlappendem Panzerstahl und Spezialfasern und bekommt armdicke Scheiben mit besonders robusten Folien dazwischen. Weil so das Gewicht auf über vier Tonnen steigt, gibt es die Guard-Version ausschließlich als S 680 mit einem V12-Motor, der 450 kW/612 PS leistet und mit bis zu 830 Nm den nötigen Durchzug für den schnellen Rückzug entwickelt. Allerdings ist die Höchstgeschwindigkeit mit Rücksicht auf die schusssicheren Reifen auf 210 km/h limitiert.

Blaulicht und Feuerlöschanlage

Während Mercedes bei der Komfortausstattung kaum Kompromisse macht und die meisten Extras aus der S-Klasse übernimmt, haben die Schwaben hier noch weitere Extras entwickelt - die reichen vom dezent versteckten Blaulicht über die integrierte Feuerlöschanlage bis hin zur elektrischen Zuziehhilfe für die zentnerschweren Panzertüren, berichtet Projektleiter Andreas Zygan.

Zwar prüft Mercedes den Leumund der vergleichsweise speziellen Kunden und liefert die meisten Guard-Modelle an Behörden, Regierungen und Königshäuser. Doch kaufen kann den Wagen im Grunde jeder, sagt Zygan. Nur der Kreis der Fahrer ist eingeschränkt. Angesichts des üppigen Gewichts braucht man für diese S-Klasse einen Lkw-Führerschein.

Auf den Geschmack gekommen?

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Sportlicher und mit vielen Assistenten an Bord: Hyundai hat die neue Generation seines Kleinwagens i20 präsentiert. Sie soll in der Polo-Klasse punkten.

Hyundai hat den neuen i20 vorgestellt. Im Spätsommer soll das Modell in den Handel kommen, teilte der Hersteller mit. Verbaut werden neue Motoren und viele Assistenzsysteme. Die Preise sind noch nicht bekannt. Aktuell startet die Baureihe in Österreich bei rund 14.000 Euro.

Tiefer und breiter

Das Blechkleid des rund vier Meter langen Autos haben die Koreaner sportlicher geschneidert. Der Kühlergrill vorn ist gitterartig durchbrochen, der Stoßfänger zerklüftet. Die C-Säule trägt nun einen prägnanten Winkel, dessen Form die neuen Heckleuchten aufgreifen. Das Dach ist 24 Millimeter niedriger, die Karosserie 30 Millimeter breiter. Der Kofferraum ist um 25 auf 351 Liter gewachsen.

Helferlein für Komfort und Sicherheit

Zwei je rund zehn Zoll große Bildschirme sind für Cockpit und Mittelkonsole bestellbar. Zahlreiche Helfer für mehr Komfort und Sicherheit können im i20 an Bord gehen. Dazu gehören Assistenten, die etwa vor Kurven das Tempo drosseln, die Spur halten, tote Winkel überwachen, halbautomatisch einparken oder an grünen Ampeln zum Losfahren auffordern.

Der Einstiegsmotor ist ein 1,2 Liter Vierzylinder mit 62 kW/84 PS. Darüber rangiert ein Dreizylinder mit knapp einem Liter Hubraum in zwei Leistungsstufen. Das schwächere Triebwerk leistet 74 kW/100 PS. Das stärkere produziert 88 kW/120 PS und wird serienmäßig mit 48-Volt-Mild-Hybridsystem ausgeliefert.

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Seit Corona die Reisegewohnheiten der Deutschen dramatisch verändert hat, entdecken Autofahrer das Dachzelt als Urlaubsquartier. Längst nicht so komfortabel wie ein Wohnmobil, dafür deutlich billiger.

Der Trabi hat's einst vorgemacht. Ein Zelt auf dem Dach als Zubehör machte ihn quasi zum Wohnmobil über Nacht. "Pension Sachsenruh" war der liebevolle Kosename für ein Dachzelt, mit dem die DDR-Bürger oft und intensiv auf Reisen gingen.

Heute erfreut sich das Camping auf dem Autodach wachsender Beliebtheit, sagt Dag Rogge. Mit seiner Agentur APS organisiert er weltweite Abenteuertouren auf vier Rädern. Und seit Corona die Reisepläne vieler ordentlich durcheinandergewirbelt hat, erst recht, sagt Rogge: Zum Boom für Outdoor-Aktivitäten kommt jetzt noch der Run aufs Camping.

Günstigere Alternative zum Caravan und Wohnmobil

Ein Dachzelt kann dabei eine echte Alternative zu Wohnwagen oder Wohnmobil sein. Erstens kostet es nur ein Bruchteil, zweitens kann es mit nahezu jedem Fahrzeugtypen kombiniert werden. Und drittens ist es nach dem Urlaub schnell wieder demontiert und in der Garage verschwunden.

Das Angebot ist groß, ebenso die Preisspanne. Und neben unterschiedlichen Arten der Montage mit aufblasbaren Stützen, Schnappmechanismen oder Gestänge zum Kurbeln gibt es zahlreiche verschiedene Formate, sagt Hans-Georg Marmit von der Sachverständigen-Vereinigung KÜS. Montiert werden sie alle wie ein Dachgepäckträger oder eine Skibox in den entsprechenden Aufnahmepunkten des Wagens.

Wo bekomme ich ein passendes Dachzelt her?

Wer dabei ganz sicher gehen will, dass Zelt und Auto zusammenpassen, kann ein Dachzelt nicht nur beim Outdoor-Ausrüster bestellen, sondern auch beim Autohändler. Vor allem für ihre Geländewagen bieten viele Hersteller entsprechendes Zubehör an.

So hat Mitsubishi laut Pressesprecher Jörg Machalitzky für den Pick-up L200 ein Dachzelt vorgestellt, das für rund 3.500 Euro zwei Etagen bietet: Nachdem die Stützschläuche mit einer Pumpe binnen weniger Minuten aufgeblasen sind, spannt sich laut Hersteller über das Dach der Schlafbereich und auf der Pritsche entsteht eine Art Wohnzimmer.

Wer den neuen Land Rover Defender bestellt, kann nicht nur ab Werk eine in der Flanke integrierte Klappleiter ordern, mit der er dem Geländewagen aufs Dach steigen kann. Die Briten bieten laut Pressesprecher Michael Küster für knapp 4.000 Euro zudem ein geräumiges Zelt an. Das wird per Kurbel aus einer auf der Reling montierten Transportkiste geleiert. Und selbst im Zubehörprogramm für den Mini Countryman wird man fündig.

Auch mit Dachzelt gelten bestimmte Regeln

Für Autocamper mit Dachzelt gelten im Grunde die gleichen Regeln wie für Wohnmobile und Wohnwagen: Man darf es nicht uneingeschränkt nutzen und einfach überall damit stehen bleiben. Campen, so schreibt es der ADAC, ist in Deutschland nur auf Campingplätzen erlaubt. Doch "zur Wiedererlangung der Fahrtüchtigkeit" dürfe man überall dort Parken, wo es die Verkehrsregeln erlauben - und dann auch die Schlafmöglichkeiten im oder auf dem Wagen nutzen.

Große Installationen ums Fahrzeug herum, Kochstellen oder Campingliegen sind aber tabu. "Oder man fragt einfach einen Bauern und stellt sich auf Privatgrund", rät Rogge: "Wer nett "Bitte" sagt und seine Hinterlassenschaften wieder mitnimmt, findet so in der Regel schnell einen Stellplatz."

Wie viel kann das Autodach tragen?

Daneben ist beim Dachzelt die Dachlast des Fahrzeugs zu beachten. Von Werten, die üblicherweise weit unter 100 Kilo lägen, dürfe man sich allerdings nicht abschrecken lassen, so Rogge. Es gelte, zwischen der dynamischen und der statischen Dachlast zu unterscheiden. Beim Fahren ist sie viel geringer, weil das hohe Gewicht so weit oben den Schwerpunkt und damit die Straßenlage des Autos beeinflusst.

Im Stand dagegen geht es darum, wie viel Gewicht die Karosserie ohne Schaden tragen kann. "Und das reicht in der Regel locker für das Zelt und zwei Schläfer. Erst recht bei Geländewagen, die eigens dafür häufig ein verstärktes Dach haben", sagt Rogge.