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21.12.2020, 09:18

Unterwegs im neuen Rolls-Royce Ghost

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"Post-Opulenz" - so nennt Rolls-Royce die neue Linie des Ghosts

Der gute Geist von Goodwood ist zurück. Denn nach rund zehn Jahren bringt Rolls-Royce jetzt die zweite Generation des Ghost an den Start. Das - nun ja - Einstiegsmodell der Briten ist jetzt im Handel. Über den Preis schweigt man lieber, aber mit einigen Extras nähert man sich der halben Million.

Und weil eine Limousine von 5,55 Metern Länge für manchen offenbar noch nicht reicht, gibt es gleich auch einen großen Ghost, der in Länge und Radstand um 17 Zentimeter gestreckt wurde.

Üppiges Format, zurückhaltende Form

Das Format des auf einer neuen Plattform weitgehend aus Aluminium aufgebauten Flaggschiffs mag zwar stattlich sein. Doch weil jeden Rolls-Royce ohnehin eine Aura des Adels umgibt, halten sich die Briten bei der Form etwas zurück. "Post Opulenz" lautet die neue Stilrichtung, die zu einer ausgesprochen schlichten Silhouette führt: Keine Spielereien und kaum mehr Vertiefungen im Blech - so wird der Ghost zu einem zeitlosen Monolithen. Nur der Grill zeugt noch vom alten Glamour. Er ist diesmal nicht nur groß, sondern auch von innen beleuchtet.

Zwar ruht der Ghost mit diesem Design förmlich in sich selbst - das gilt jedoch nicht für seine Performance. Schließlich steckt unter der Haube einer der letzten Zwölfzylinder in der Luxusklasse: 6,75 Liter groß, 420 kW/571 PS stark und mit maximal 850 Nm gesegnet, beschleunigt er den immerhin 2,5 Tonnen schweren Ghost in 4,8 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100. Das Spitzentempo liegt bei 250 km/h, was für Luxuslimousinen nicht unüblich ist. Auch beim Normverbrauch tut sich wenig: Hier erreicht der Wert noch satte 15,2 Liter (CO2-Ausstoß 347 g/km). Mild-Hybridtechnik ist für den Ghost kein Thema, und eine Plug-in-Variante schon gar nicht.

Geisterhaftes Fahrgefühl

Vom gewaltigen Kraftakt im Maschinenraum bekommt man in der luxuriösen Lounge kaum etwas mit: Dank der guten Dämmung und dem dicken Teppich unter den Füßen ist vom Antrieb wenig zu spüren. Die Automatik schaltet mit satellitengestütztem Weitblick noch diskreter. Und das Fahrwerk hat Rolls-Royce mit eigenen Dämpfern für die Dämpfer und Kameras so weit verfeinert, dass jede Unebenheit glattgebügelt wird.

Doch nicht nur das Gefühl für Geschwindigkeit geht verloren, auch Größe ist plötzlich relativ - schließlich hat Rolls-Royce von der Konzernmutter BMW neben dem Allradantrieb auch die Allradlenkung übernommen. Sie macht den Ghost zu einem Scheinriesen, der im Stadtverkehr so handlich wirkt wie ein 5er. Das Ergebnis ist ein wahrhaft geisterhaftes Fahrerlebnis, bei dem Raum und Zeit völlig verloren gehen.

Der Ghost gilt als der Rolls-Royce für Selbstfahrer, und der Platz hinter dem Lenkrad und den erfreulich dezenten Digital-Instrumenten hat damit mehr Bedeutung denn je. Nicht umsonst haben die Briten ihn zu einem Thron auf Rädern aufgemöbelt und verwöhnen den Fahrer mit allen erdenklichen Finessen. Dazu gehören nicht nur fortschrittliche Assistenzsysteme, sondern auch ein Sternenhimmel, der mit zigtausend hinterleuchteten Löchern ins Armaturenbrett gelasert wurde.

Die Hinterbänkler sitzen ebenfalls auf einem feudalen Fauteuil, bedienen sich am Champagner aus der Kühlbox zwischen den Sitzen, wischen über ihre integrierten Tablet-Computer, sehen in ein funkelndes Kabinendach und lassen sich von einem Heer von Klima- und Komfortassistenten umsorgen. Selbst das Öffnen der Türen nimmt Rolls-Royce den Insassen ab. Während die gegenläufig angeschlagenen Portale bis dato nur elektrisch geschlossen wurden, schwingen sie nun von Geisterhand auf.

Fazit: Maximaler Prunk durch ultimatives Understatement

Leistung und Luxus ohne Ende - eigentlich ist ein Rolls-Royce an Dekadenz kaum mehr zu überbieten. Doch mit dem neuen Ghost machen die Briten das Unmögliche möglich und kehren den maximalen Prunk in das ultimative Understatement. Wer in einem Rolls-Royce sitzt, muss seinen Reichtum nicht mehr herausschreien, so die Botschaft. Sondern in diesen Kreisen reicht schon ein Flüstern, um überall Gehör zu finden.

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Oft Streusalz auf den Straßen und manchmal Schnee im Fußraum: In der kalten Jahreszeit brauchen Autos besondere Pflege. So bringt man das Fahrzeug unversehrt durch den Winter.

Für Autos ist der Winter nicht gerade eine angenehme Zeit. Regen, Eis, Schnee, Dreck und auch Streusalz können Lack, Gummidichtungen, Scheinwerfern, Scheiben und Schlössern zusetzen. Es gilt also, das Fahrzeug zu pflegen - nur wie?

"Eine regelmäßige Autowäsche ist im Winter mindestens ebenso wichtig wie im Sommer", sagt Bernd Stürmer, Fachreferent beim TÜV. Wenn Straßen mit Taumitteln wie Salz bearbeitet werden, wird auch das Auto mit einem Schmierfilm aus Nässe, Schmutz und Taumitteln überzogen. Und dieser Film müsse immer wieder abgewaschen werden, erläutert der Experte für Fahrzeugtechnik und Fahrzeugprüfung.

Viele Autobesitzer sorgen sich zwar, dass eine Wäsche im Winter dem Fahrzeug wegen des gefrierenden Wassers schaden könne. Sören Heinze vom Auto Club Europa (ACE) hält diese Bedenken aber für unbegründet - "vorausgesetzt, man beachtet einige Regeln."

Vorsicht in der SB-Waschbox

Die erste Regel für die Fahrzeugwäsche lautet: "Vorsicht schon beim Aussteigen, gerade in einer offenen SB-Box." Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt könne es dort glatt werden. Vereisen kann aber nicht nur der Boden, sondern auch das Türschloss nach einer unsachgemäßen Handhabung des Hochdruckreinigers in den Selbstbedienungs-Waschboxen.

Man sollte unbedingt darauf achten, den Strahl des Reinigers nicht direkt auf das Türschloss zu richten, rät Dieter Thiel, Fachmann für Fahrzeugaufbereitung. Ohnehin empfiehlt Thiel, dessen Firma Neuwagen und Oldtimer aus den USA importiert, das Fahrzeug eher in einer Waschanlage oder Waschstraße als in einer SB-Box zu reinigen.

Nicht jeder Autobesitzer ist vertraut mit der Bedienung eines Hochdruckreinigers. Dann könne es zu Schäden an Anbauteilen kommen. Besonders gefährlich sei der Versuch, die Reifen mit Hochdruck zu säubern, warnt Heinze: "Der Strahl des Reinigers darf niemals direkt auf die Reifen gerichtet werden." Sonst könne es zur Beschädigung der Reifenstruktur oder gar zum Reifenplatzen während der Fahrt kommen.

Trick gegen vereiste Türschlösser

Damit das Türschloss beim Waschen nicht vereist, empfehlen die Experten, einen Klebestreifen darüber anzubringen. Dieser verhindert, dass Wasser in den Schließzylinder eintreten und gefrieren kann. Nach der Wäsche zieht man den Kleber wieder ab.

Aber nicht nur das Schloss kann den Zugang verwehren. Türdichtungen können ebenfalls festfrieren. "Wer dann mit Gewalt versucht, die Tür zu öffnen, dem mag das wahrscheinlich sogar gelungen", sagt Heinze. "Mit ziemlicher Sicherheit zerreißt dabei aber auch die Dichtung."

Vorbeugend sollte man die Türdichtungen reinigen, trocknen und einreiben. Während TÜV-Experte Stürmer Vaseline und Wachs als Mittel der Wahl nennt, schwört Dieter Thiel auf Ballistol. "Man kennt das vor allem als Waffenöl", sagt der Experte für US-Fahrzeuge. Er behandle zum Beispiel nach einer Motorwäsche die Motoren seiner Fahrzeuge damit. "Egal ob Gummi, Metall, Aluminium oder Kunststoff, dieses Öl produziert den idealen Schutzfilm, das Wasser der Waschanlage kann dann kaum noch etwas ausrichten."

Saubermachen für mehr Sicherheit

Frontscheinwerfer, Rückleuchten, Blinker und alle Scheiben sollten Autofahrer außen sauber halten. Das sorgt für bessere Sicht und dafür, dass andere das eigene Auto besser wahrnehmen.

Wichtig ist es, die Scheiben auch von innen reinigen. Denn schmutzige Scheiben beschlagen schneller, wie Heinze erklärt. Ein Hausmittel dafür soll Zeitungspapier sein. Bernd Stürmer hält davon aber nichts: "Zeitungspapier hat zwar eine gute Saugkraft, aber leider landet auch die Druckerschwärze auf den Scheiben. Dann sieht man gerade nachts nur noch konzentrische Kreise auf der Frontscheibe."

Katzenstreu gegen Feuchtigkeit

Stattdessen haben Autofahrer idealerweise ein Anti-Beschlagtuch stets an Bord, sagt Dieter Thiel, der das Zeitungspapier aber nicht völlig verdammen will: Ausgelegt im Fußraum sei es beispielsweise ein gutes Hilfsmittel, um Feuchtigkeit und Nässe aufzusaugen, damit Fußmatten und Teppiche nicht durchnässen.

Noch besser aber wirke Katzenstreu. Dieses nutze seine Firma bei der Verschiffung von Autos aus den USA nach Deutschland, um Schimmelschäden vorzubeugen, so Thiel. "Einfach einen festen Kartondeckel in Fuß- oder Kofferraum legen und Katzenstreu großflächig darauf verteilen, das wirkt Wunder."

Idealerweise kommt das Wasser aber erst gar nicht hinein. "Man sollte im Winter seitlich ins Auto einsteigen, so dass die Beine zunächst noch draußen sind und man die Schuhe gegeneinanderschlagen und so den Schnee abklopfen kann", rät Bernd Stürmer.

Keine Schlieren dank einwandfreier Wischer

Eine entscheidende Rolle für gute Sicht spielen einwandfreie Scheibenwischer. "Bei defekten oder verschmutzen Wischerblättern kommt es zu Schlierenbildung auf der Scheibe", mahnt Sören Heinze. Er rät zu einer regelmäßigen Reinigung der Gummis, die man im Zweifel lieber früher als später austauschen sollte.

Im Wischwasser wiederum sollte ausreichend Frostschutz sein. Von Spiritus hingegen rät Heinze ab: "Spiritus ist zwar in der Tat ein guter Frostschutz, gehört aber nicht in die Scheibenwaschanlage." Denn auch er verursache Schlieren und wirke somit kontraproduktiv.

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Mercedes beginnt im Dezember mit der Auslieferung der neuen S-Klasse. Wie der Hersteller mitteilte, starten die Preise für die Luxuslimousine bei 96.094 Euro im Standard-Format von 3,11 Metern Radstand und 5,18 Metern Länge. Die um jeweils elf Zentimeter gestreckte Langversion kostet rund 3.000 Euro mehr.

Basismodell ist der S 350 d mit einem drei Liter großen und 210 kW/286 PS starken Sechszylinder. Die Version wird als einzige auch mit Heck- statt dem ansonsten serienmäßigen Allradantrieb angeboten. Den gleichen Motor gibt es mit 243 kW/330 PS auch im S 400 d.

Bis zu 100 Kilometer rein elektrischer Reichweite

Auch bei den Benzinern beginnt die Auslieferung mit zwei jeweils drei Liter großen Sechszylindern, die beide mit Mildhybrid-Technik arbeiten. Im S 450 leistet der Motor 270 kW/367 PS, im S 500 stehen 320 kW/435 PS im Datenblatt.

Alle Motoren sorgen für 250 km/h Spitze und sollen deutlich sparsamer sein als bisher. Das auch deshalb, weil die S-Klasse rund einen Zentner abgespeckt und einen geringeren Luftwiderstand hat. So kommen die effizientesten S-Klassen aus der Startaufstellung auf einen Normwert vom 6,6 Litern Diesel (CO2-Ausstoß: 163 g/km) oder 7,8 Liter Benzin (178 g/km).

Noch sparsamer wird der Plug-in-Hybrid, der einige Monate später angeboten wird. Mit einem 110 kW/150 PS starken E-Motor sowie einer fast 30 kWh großen Batterie soll er auf mehr als 100 Kilometer elektrische Reichweite kommen. Außerdem in Vorbereitung: ein klassischer V8-Benziner, ein V12-Motor für den nochmals gestreckten Maybach sowie mindestens zwei AMG-Varianten.

Neue Assistenten und digitale Bedienlandschaften

Innen gibt es die nächste Generation des Infotainment-Systems MBUX mit neuer Bildschirmlandschaft, digitalem 3D-Cockpit, riesigem Head-up-Display und vorausschauendem Interieur-Assistenten. Die Hinterachslenkung erlaubt im Heck bis zu zehn Grad Lenkwinkel, was beim Rangieren hilft.

Daneben gibt es neue Komfort- und Sicherheitssysteme wie zehn Massage-Programme, ein Soundsystem mit Sitzvibration oder ein Frontairbag für die Hinterbänkler. Autonomes Fahren soll bei entsprechender Gesetzeslage auf ausgewählten Strecken bis Tempo 60 im zweiten Halbjahr 2021 verfügbar sein. Das kann dem Fahrer die Möglichkeit zum Internet-Surfen und E-Mail-Schreiben im Stau geben, so Mercedes weiter.