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14.04.2020, 11:20

Die neuen Motorroller für 2020

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Das Modell Elettrica bietet Vespa bereits seit 2018 in zwei Varianten an

Von der italienischen Traditionsschmiede Vespa bis zum chinesischen Elektro-Vorreiter NIU: Die Auswahl an Motorrollern wächst. Es gibt Modelle für jeden Anspruch - und bald sogar für Harley-Fans.

Keine lange Parkplatzsuche und agiler unterwegs im zähfließenden Verkehr: In Städten spielen Motorroller ihre Stärken aus. Doch es gibt nicht nur wendige Cityflitzer mit kleinem Motor. Hubraumstärkere Modelle taugten auch für genüssliche Touren am Wochenende, sagt Michael Lenzen vom Bundesverband der Motorradfahrer.

Die Auswahl an Modellen sei derzeit so groß wie nie, sagt der Experte. Viele Hersteller haben zur Saison 2020 neue Roller präsentiert oder vorhandene weiterentwickelt. Ein kleiner Überblick.

Ein italienischer Klassiker dominiert

Den Rollermarkt dominiert der italienische Hersteller Piaggio, der die Traditionsmarke Vespa im Programm führt. Die knapp 24 PS starke Vespa 300 GTS ist Deutschlands meistverkaufter Roller. Für das Modell mit 278 ccm Hubraum muss man gut 6.000 Euro einplanen – mindestens.

Auch in kleineren Hubraum-Klassen ist Vespa vertreten. In der 50-ccm-Klasse verkauft die Marke die Roller Sprint und Primavera, den es auch als 125-ccm-Modell gibt. Diese Roller mit wenig Hubraum richteten sich hauptsächlich an die Jugend, so Lenzen. Größere Modelle mit bis zu 125 ccm wiederum dürfen unter gewissen Voraussetzungen mit dem B-Führerschein gefahren werden und sind damit für Umsteiger vom Auto interessant. Für die 50-ccm-Roller ruft Vespa ab rund 3.600 Euro auf, für die 125-ccm-Varianten ab rund 4.700 Euro.

Retro und Moderne

Wie Vespa ist auch Lambretta ein klangvoller Motorroller-Name. Im Gegensatz zum Marktführer spielte die einstige Traditionsmarke zwar in den vergangenen Jahrzehnten keine Rolle mehr. Seit wenigen Jahren sind die Retro-Roller aber wieder präsent – dahinter stecken nun die österreichische KSR-Group und der italienische Hersteller Innocenti.

Drei Modelle sind bisher auf dem Markt, von der V50 Special (49,5 ccm, 45 km/h Spitze, ab 2.900 Euro) bis zur V200 Special (169 ccm, 100 km/h Spitze, ab 4.000 Euro). Bald soll mit der Lambretta G325 Special ein noch leistungsstärkerer Roller folgen. Details zu Preis und Motorisierung sind aber noch nicht bekannt.

Nicht auf Retro-Styling, sondern auf modernes Design setzt Honda bei seinen überarbeiteten Modellen SH125i (ab rund 4.100 Euro) und SH150i (ab rund 4.300 Euro) – unter anderem mit LED-Licht und einem effizienteren Motor, der der Euro-5-Norm entspricht, sowie mehr Stauraum und einer Traktionskontrolle für das Hinterrad.

Drei Räder für mehr Fahrsicherheit

Der Langzeittrend, ein zusätzliches Rad zu verbauen, geht weiter: "Immer mehr Hersteller bieten jetzt Dreiradroller an, die vorne zwei Räder haben und über eine Neigungstechnik verfügen", erklärt Lenzen. Das solle auf rutschigem Untergrund die Fahrsicherheit erhöhen.

Für einige dieser Roller wie Piaggios MP3-500 (ab 10.420 Euro) oder Peugeots Metropolis 400 (ab 9.650 Euro) reicht unter bestimmten Umständen der Auto-Führerschein (Klasse B). Mancher Umsteiger vom Auto mag sich auf drei Rädern vielleicht wirklich etwas sicherer fühlen als nur auf zwei.

Im Jahresverlauf 2020 soll mit dem Kymco CV-3 der erste Dreiradroller mit Zweizylinder-Motor kommen. Das 54-PS-Modell des taiwanesischen Herstellers soll bis zu 160 km/h Spitzentempo erreichen.

Roller zum Kleinwagenpreis

Mit 165 km/h noch schneller ist der Yamaha TMax 560. Seit Jahren ist der Zweiradroller, den die Japaner nun überarbeitet haben, führend in der großen, sportlich ausgelegten Klasse. Der Einstiegspreis liegt bei rund 12.000 Euro.

Auffallend ist laut Branchenexperte Lenzen, dass mehr noch als der Markt der Roller mit Verbrennermotor das Angebot der E-Roller boome: "Die Welle aus Asien hat längst auch Europa erfasst, so dass eine Vielzahl verschiedenster Modelle bereits auf dem Markt ist und immer noch neue hinzukommen."

E-Modelle aus China, Italien und Deutschland

Größter Anbieter von E-Rollern ist NIU aus China. Für 2020 hat das Unternehmen drei neue Modelle angekündigt – eines soll auch zwei Personen tragen können. Die Preise liegen je nach Wattstärke des Motors und Einsatzzweck zwischen 2.600 und 4.500 Euro.

Einen Anteil am E-Roller-Markt wollen auch immer mehr Start-ups für sich erobern. Die deutsche Firma Simple etwa bietet ihr Modell eScooter 1 (Spitze: 45 km/h) ab rund 2.000 Euro an. Wählt man die Variante mit zwei Akkus, die 100 Kilometer Reichweite ermöglichen sollen, sind 2.600 Euro fällig.

Deutlich teurer wird es, wenn man elektrisch eine Vespa fahren will. Die Italiener bieten das Modell Elettrica bereits seit dem Jahr 2018 in zwei Varianten mit 45 km/h und 70 km/h Spitzentempo an. Mit einem Kaufpreis ab rund 6.400 Euro liegt die Elettrica aber preislich weit oberhalb der Konkurrenz aus China oder Deutschland.

Auch Peugeot und Seat rollen elektrisch

Peugeot hat als Roller-Hersteller eine lange Tradition - und beim Modell E-Ludix setzen die Franzosen auf den Elektroantrieb. 50 Kilometer Reichweite sollen möglich und der Akku innerhalb von drei Stunden wieder aufgeladen sein. Ab 3.500 Euro kostet der E-Ludix, einen Zweitakku gibt es für zusätzliche 1.440 Euro.

Seat hat auf dem Smart City Expo World Congress in Barcelona im Herbst 2019 eine Konzeptstudie eines E-Rollers vorgestellt. Das Modell soll 100 km/h schnell sein, eine Reichweite von 115 Kilometer bieten und über einen herausnehmbaren Akku verfügen. Dem Hersteller zufolge soll es noch im Jahr 2020 auf den Markt kommen.

Ein Roller von Harley

Vielleicht noch überraschender als das Seat-Engagement ist das von Harley-Davidson. Die uramerikanische Motorradschmiede, die bisher nur Bikes mit großvolumigen V2-Motoren baute, hat mit dem Live Wire gerade das erste Serienmodell mit E-Motor auf den Markt gebracht. Nun soll ein Elektro-Roller folgen. Noch handelt es sich aber um einen minimalistischen Prototyp - und ein Verkaufsstart ist nicht bekannt.

Generell taugten E-Roller in erster Linie für den Kurzstreckenverkehr in der Stadt, urteilt Branchenexperte Lenzen. Mehr als 100 Kilometer Reichweite oder 70 km/h Spitzentempo seien die absolute Ausnahme.

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