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05.03.2020, 12:52

Das Motorrad fit für die Saison machen

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Die Überprüfung der Bremsen ein wichtiger Teil des Checks vor dem Saisonstart

Wenn der Winter geht, kommen die Bikes zurück auf die Straßen. Doch vorschnell Helm auf und Zündung drehen? Keine gute Idee. Nach ihrer langen Pause brauchen die Maschinen Pflege - und nicht nur sie. (Von Andreas Kötter, dpa)

Gefühlt kommt der Frühling ja immer früher. Für viele Bikerinnen und Biker ist das Grund genug, auch die Eröffnung der Zweirad-Saison vorzuverlegen. Doch trotz aller Begeisterung: Sie sollten ihre erste Ausfahrt nicht überstürzen.

Der größte Fehler vor dem Saisonstart sei, Bremsen, Elektronik, Beleuchtung, Lenkung und Reifen nicht auf ihre Funktion zu prüfen, betont Andre Lang, Experte für Zweiradsicherheit. Das gilt insbesondere, wenn die Maschine im Winter draußen gestanden hat.

Auch der Motorrad-Experte Michael Lenzen hält einen gründlichen Technik-Check für unerlässlich. Die Bremsleitungen müssten auf mögliche Beschädigungen oder Altersschwäche, die Bremsbeläge sowie -scheiben auf ihre Stärke und die Bremsflüssigkeit auf die ausreichende Füllmenge untersucht werden.

Druck und Betriebstemperatur beim Reifen

Dann kommen die Reifen: Passt der Luftdruck und haben sie noch ausreichend Profil? Beim Druck sollte man die empfohlenen Werte in der Betriebsanleitung möglichst genau einhalten. Geprüft wird dieser immer am kalten Pneu. Auch das Alter ist wichtig - laut ADAC lautet die Empfehlung oft, sie nach sechs Jahren lieber auszutauschen.

Rainer Gurke sieht zudem in der Betriebstemperatur der Reifen ein wichtiges, oft aber vernachlässigtes Sicherheitskriterium. "Gerade, wenn es morgens noch recht frisch ist, sollte man darauf achten, die Reifen erst einmal behutsam warm und damit griffig zu fahren". Das zu versäumen, habe gerade am Saisonbeginn schon viele Motorradfahrer zu Fall gebracht, warnt der Motorradtrainer des Auto Club Europa (ACE).

Vor der Überprüfung der Teile sollte man die Maschine von Hand waschen, empfiehlt Gurke. Dann lässt sich besser erkennen, ob es irgendwo undichte Stellen oder Schäden gibt. Andre Lang warnt davor, statt der Hand den Hochdruckreiniger zu nehmen. "Dann ist die Gefahr groß, dass Wassertropfen oder chemische Reiniger in Rad-, Lenkkopf-, Schwingen- und sonstige Lager oder in Schalter, Sicherungskästen und elektrische Kabelverbindungen getrieben werden", so der Fachmann. Es drohten Korrosion und ein möglicher Funktionsausfall.

Kette zu zweit prüfen

Zum Standardprogramm vor der ersten Ausfahrt nach längerer Pause gehört ein Funktionstest der Kette. "Ob sie Durchhang hat und damit ein Abspringen drohen kann, prüft man am besten zu zweit", rät Gurke. "Einer sollte auf der Maschine sitzen, der andere checkt, ob sich die auf dem Kettenrad befindlichen Glieder bereits einige Millimeter abheben lassen. Ist das der Fall, muss eine neue her".

Unbedingt achten müsse man auf bestimmte Geräusche bei der Prüfung der verschiedenen Lager, so der Motorradexperte. Sei hier ein Knacken zu hören, könnte vielleicht eine Kugel gebrochen sein. Das müsse dann fachmännisch repariert werden, empfiehlt Gurke. Sonst sei ein Sturz irgendwann die unweigerliche Folge.

Weiter geht es mit der Gabel und den Federbeinen. Sie werden auf Undichtigkeiten geprüft. "Ebenso ist es ratsam, sicherheitsrelevante Schrauben an Achsen, Bremsen, Lenker und Lenkerarmaturen auf ihren festen Sitz zu überprüfen und nachzuziehen", erklärt Andre Lang.

Bowdenzüge von Bremse und Kupplung testen

Zu guter Letzt gilt es, die Funktion und Leichtgängigkeit der Bowdenzüge von Bremse und Kupplung zu testen. Michael Lenzen: "Hier kann es sein, dass nach längerer Standzeit an Hebeln und Zügen etwas Schmierflüssigkeit zugegeben werden muss."

Nicht direkt sicherheitsrelevant und darum gerne vergessen, wird der Blick aufs Nummernschild. Denn den nächsten "Pickerl"-Termin kann man über die Wintermonate schnell aus den Augen verlieren. Gerade wer vielleicht am Motorrad geschraubt und neue Teile verbaut habe, muss aber bedenken, ob dafür nicht eine Abnahme erforderlich sei.

Die Ausrüstung nicht vergessen

Nicht nur die Maschine, auch die Ausrüstung sollte geprüft und eventuell ersetzt werden. "Im Regelfall wird der Austausch des Helms nach fünf bis sieben Jahren empfohlen", so Andre Lang. Dabei spielt es keine Rolle, wie oft man ihn getragen hat und wie er aussieht.

Rainer Gurke richtet das Augenmerk auf das Helmvisier. "Nicht nur, aber gerade auch in der Zeit, wo es morgens noch nicht ganz so hell ist, abends aber noch recht früh dunkel wird, ist ein kratzerfreies Visier für eine einwandfreie Sicht unerlässlich". Fliegenreste in der Lüftung etwa müsse man darum unbedingt entfernen, so der Experte. Nur eine einwandfreie Belüftung garantiere gute Sicht.

Die Protektoren in Jacke und Hose altern ebenfalls. "Die einen schneller, die anderen langsamer", so Andre Lang. Die Materialien seien in den vergangenen Jahren aber immer besser geworden, auch mit Blick auf die Lebensdauer.

Sich selbst in Form bringen

Ebenso wichtig wie der Zustand von Ausrüstung und Motorrad ist die Form des Bikers. "Es nutzt nichts, wenn das Motorrad auf dem Stand der Technik ist, der Fahrer aber nicht mithalten kann", betont Rainer Gurke. Bereits ein bisschen morgendliche Gymnastik könne helfen, sich wieder in Form zu bringen, meint der Motorradtrainer.

Fast noch wichtiger als die körperliche sei aber die mentale Vorbereitung. "Jeder Biker sollte in dem Bewusstsein aufs Motorrad steigen, dass er nach der Winterpause ein Verkehrsteilnehmer ist, den die Autofahrer über Monate nicht gesehen haben und an den sie sich erst wieder gewöhnen müssen", erinnert der Experte.

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