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17.02.2020, 10:34

Motor Show in Delhi: Zwischen Messe und realer Mobilität

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Autos wie der Renault Kwid im Twingo-Format sind in Indien begehrt

Verrückte Studien, neue SUVs und an fast jedem Stand ein Elektroauto: Die Motor Show in Delhi unterscheidet sich kaum von Messen in Europa oder in China - anders als die Realität auf Indiens Straßen.

Die Motor Show in Delhi (7. bis 12. Februar) ist erstmal eine Automesse wie jeder andere: Jede Menge SUVs und vor allem E-Autos drehen sich im Scheinwerferlicht.

Auch die Fragen zumindest der internationalen Messebesucher sind zunächst ähnliche wie anderswo: Wie sehr setzen die Hersteller auf Akku-Autos, um die Massen weniger umweltschädlich zu mobilisieren? Doch hier kommt noch eine andere Frage hinzu: Gibt es in Indien Konzepte, die auch in Europa fruchten könnten?

Kleinwagen sind gefragt

Zu sehen sind elektrisch angetriebene SUV-Studien wie der indische Roadster Mahindra Funster oder der Tata Sierra. Außer Mercedes findet sich keine Luxusmarke in dem halben Dutzend Hallen. Motoren mit mehr als vier Zylindern sind die absolute Ausnahme. Dagegen kommen Kleinwagen wie die winzige Limousine Hyundai Aura oder der aufgebockte Renault Kwid im Format des europäischen Twingo hier in Delhi groß heraus.

Solange man sich auf dem Messegelände bewegt, passt die PS-Show gut ins globale Bild. Doch schon auf dem Weg zum Parkplatz mehren sich zwischen verbeulten Kleinwagen, klapprigen Dreirädern und stinkenden Motorrollern die Zweifel - und nach ein paar Kilometern auf löchrigen Asphaltpisten hinaus aufs Land erkennt man, dass die Messe mit Indiens automobiler Realität nicht viel zu tun hat.

Auch der Dauerstau darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, wie wenig Autos es im Land gibt: In Deutschland kämen auf 1.000 Einwohner 557 Pkw, sagt Jan Burgard vom Strategieberater Berylls. "Im weltweiten Durchschnitt sind es immerhin 155, aber in Indien gerade einmal 25."

Studien von Skoda und Volkswagen

In diesem Jahr ist vor allem der VW-Konzern in Delhi sehr präsent und setzt laut Skoda-Chef Bernhard Maier auf eine Modelloffensive, die mit je einem SUV pro Marke starten soll.

Noch als Studien bezeichnet, drehen sich in Delhi bei Skoda der Vision IN und bei VW der Taigun im Rampenlicht. Beide sind rund 4,20 Meter lang und werden im Lande produziert - mit abgespeckter Konzerntechnik und mit Lokalkolorit. So erinnert das Dekor im IN-Innenraum an traditionelle indische Stoffdrucke. Als zentrales Bedienelement für das digitale Infotainment-System steht eine Säule auf dem Armaturenbrett, die von einem indischen Diamanten inspiriert ist. Darunter prangt ein großer, frei stehender Bildschirm.

Angetrieben werden die Wagen von einem 1,5 Liter-Motor mit 110 kW/150 PS im Skoda und einem Dreizylinder mit 1,0 Litern Hubraum und 85 kW/115 PS. Offizielle Aussagen zu einem Angebot außerhalb Indiens gibt es nicht. In Unternehmenskreisen ist aber immer mal wieder die Rede davon, der Konzern wolle ebenfalls in Europa wieder günstigere Autos anbieten - dann könnte die Vision IN auch dort wichtig werden.

Geringes Einkommen setzt Limits

Obwohl kürzer als ein VW Golf, zählen die beiden SUVs in Indien schon zur Mittelklasse. Die Musik spielt aber in der Liga darunter. "Autos unter vier Metern haben hier einen deutlichen Steuervorteil", nennt VW-Repräsentant Gurpratap Boparai einen der Gründe für die große Zahl der Kleinwagen. Ein anderer ist das geringe Durchschnittseinkommen. In einem Land, in dem ein Industriearbeiter oft nicht mehr als 60 bis 80 Euro im Monat verdient, ist ein Kleinwagen für umgerechnet 3.500 Euro ein Luxusgut. Winzlinge wie der Suzuki Alto oder der Renault Kwid sind für viele Inder bereits ein großer Fortschritt.

Spätestens bei einer Fahrt über Land versteht man auch, warum das so ist: Dort sieht man genügend Familien, die zu fünft auf einem Motorroller unterwegs sind. Und in die allgegenwärtigen Tuk-Tuk-Taxis quetschen sich zu Stoßzeiten auch mal acht oder zehn Mitfahrer.

Ladeinfrastruktur erst im Aufbau

Doch was ist mit der E-Mobilität? In den Messehallen wirkt es so, als könne der Funke auch in Indien überspringen. Doch auf den Straßen sieht man selbst Rolls-Royce oder Bentley häufiger als Tesla, die Markteinführung der ersten halbwegs bezahlbaren Elektroautos von lokalen Marken wurde auf der Motor Show gerade erst angekündigt. Auch von einer Infrastruktur kann noch keine Rede sein: Auf einer Fläche, die fast zehnmal so groß ist wie Deutschland, ist die Rede von 2.600 Ladesäulen - und auch die werden erst zum Ende des Jahres erwartet.

Auf den Geschmack gekommen?

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Der Nissan Qashqai ist ein SUV aus Japan, das gegen Konkurrenten wie etwa Audi Q3, Honda CR-V oder Opel Grandland X antritt. Wie schlägt sich das Kompaktauto als Gebrauchter?

Der Qashqai ist ein sich gut verkaufendes kompaktes SUV der japanischen Marke Nissan. Erhöhte Bodenfreiheit in Verbindung mit optionalem Allradantrieb bei einem als Stadtauto beworbenen Pkw - das war recht neu, als der Japaner vor über zehn Jahren auf den Markt kam. Und er verkaufte sich auf Anhieb gut. Bei der Hauptuntersuchung (HU) hinterlässt er jedoch gemischte Gefühle.

Modellhistorie: Markteinführung 2007, drei Jahre später gab es ein Facelift. 2014: Start der etwas längeren Zweitauflage, die 2017 eine Modellpflege erhielt, seitdem neue Assistenzsysteme verfügbar. Im Sommer 2020 soll Auflage Nummer drei in den Verkauf gehen.

Karosserievarianten: Der Nissan Qashqai ist ein Kompakt-SUV mit fünf Türen, der Hersteller selbst spricht auch von einem Crossover. Von der ersten Generation gab es zusätzlich den um gut 20 Zentimeter verlängerten Siebensitzer Qashqai +2.

Abmessungen: 1. Generation: 4,32 m bis 4,54 m x 1,78 m x 1,61 m bis 1,65 m (LxBx H), Kofferraumvolumen: 410 l bis 1.513 l (Qashqai +2: 130 l bis 1.520 l); 2. Generation: 4,38 m bis 4,39 m x 1,81 m x 1,59 m bis 1,60 m (LxBxH), Kofferraumvolumen: 430 l bis 1.598 l.

Stärken: Beliebt sein - siehe die guten Verkaufszahlen. Die zweite Modellgeneration macht bei der HU bislang kaum Sorgen, zumindest in Sachen Fahrwerkskomponenten, Rost oder den meisten Bremsbauteilen. Auch der ältere Qashqai schneidet bei der Funktion der Fußbremse und der Haltbarkeit von Bremsschläuchen und -leitungen besser ab als der Durchschnitt, so der Befund des "Auto Bild Tüv Report 2020". Als recht haltbar, immerhin bis ins neunte Jahr, erweisen sich auch die Abgasanlagen.

Schwächen: Schon bei der ersten HU fällt der jüngere Qashqai mit verschlissenen Bremsscheiben und anfälliger Beleuchtung auf - ein Manko, das sich auch beim älteren durch alle Jahre zieht, der vor allem mit dem Fahrwerk Probleme bereitet. Achsaufhängungen und Lenkgelenke weisen hohe Mängelquoten auf, später auch die Antriebswellen. Ab der zweiten HU kommt häufiger Ölverlust dazu.

Pannenverhalten: Hier ergibt sich ein umgekehrtes Bild. Der ADAC schreibt mit Blick auf seine Pannenstatistik: "Je jünger, desto schlimmer. Die alten Jahrgänge sind gut, die ganz jungen sehr schlecht." Schuld seien die häufigen Batterieausfälle, die in der Statistik ab dem Erstzulassungsjahr 2016 ins Auge stechen.

Motoren: 1. Generation: Benziner (Vierzylinder mit Front- und Allradantrieb): 84 kW/114 PS bis 104 kW/141 PS; Diesel (Vierzylinder mit Front- und Allradantrieb): 76 kW/103 PS bis 110 kW/150 kW; 2. Generation: Benziner (Vierzylinder mit Frontantrieb): 85 kW/115 PS bis 120 kW/163 PS; Diesel (Vierzylinder mit Front- und Allradantrieb): 81 kW/110 PS bis 110 kW/150 kW.

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Egal, ob auf dem Weg zur Arbeit oder zum Einkaufen: Wer aktuell sein Auto, Fahrrad oder E-Bike nutzt, möchte besonders auf Hygiene achten. Wie geht das am besten?

Wer in Corona-Zeiten den Arbeitsweg pendeln muss oder einkaufen will, nutzt vielleicht lieber Fahrrad oder Auto als den öffentlichen Nahverkehr. Doch wie lassen sich häufig angefasste Teile bei Auto, Fahrrad und E-Bike reinigen, um die Möglichkeit einer Schmierinfektion so gering wie möglich zu halten? Wie das geht und welche Mittel sich trotz zumeist fehlender Desinfektionsmittel eignen, erklärt der ADAC.

Wer kein Desinfektionsmittel zur Hand hat, kann sich eine Lauge aus handelsüblicher Seife oder normalem Spülmittel herstellen. Wichtig dabei ist, dass keine aggressiven Zusätze wie etwa Alkohol oder Bleiche beigemischt werden. Ansonsten besteht laut ADAC die Gefahr, Materialien zu beschädigen. Im Zweifel an einer unauffälligen Stelle testen.

Mit einem sauberen Tuch können Sie mit der Lauge alle Oberflächen anfeuchten, die angefasst, angeniest oder angehustet werden. Nach einer kurzen Einwirkzeit lässt sich die restliche Feuchtigkeit wieder abwischen.

Welche Teile im Auto sollte man putzen?

Im Pkw sollten Sie Lenkrad, Schalthebel, Sonnenblenden, Armaturenbrett, Bildschirme und die Bedienelemente vom Navigationsgerät, Radio, Klimaanlage und alle weiteren Schalter wie Blinker oder Scheibenwischer regelmäßig reinigen. Dabei muss unbedingt darauf geachtet werden, dass die empfindliche Elektronik im Inneren der Geräte nicht feucht werden kann, so die Experten.

Auch auf dem Fahrrad sind mehr als nur die Griffe wichtig

Radler und E-Bike-Fahrer reinigen nicht nur Griffe und Bremsgriffe, sondern auch die Hebel der Gangschaltung und das Schloss. Bordcomputer und Bedienungseinheit bei E-Bikes nicht vergessen, aber auch hier gilt Vorsicht - es darf keine Feuchtigkeit eindringen können.