Der VW Tiguan als Gebrauchter

Der Tiguan ist der Golf unter den Kompakt-SUVs: Er ist das mit Abstand meistverkaufte Modell in diesem Segment. Auch unter den Gebrauchtwagen ist der optionale Allradler gefragt und wechselt oft den Besitzer. Umso besser, wenn man die Mängel und Macken kennt – und davon hat der Wolfsburger gar nicht mal so wenige.

Modellhistorie: Das 2007 als kleiner Bruder des Touareg durchgestartete Modell fährt seit 2016 in zweiter Generation, das nächste Facelift ist für 2020 geplant.

Karosserievarianten: Der Tiguan ist ein fünftüriges SUV (Sports Utilty Vehicle), das typischerweise ein hohe Sitzposition bietet. 2017 kam die Variante Allspace mit verlängertem Radstand, mehr Gepäckraum und bis zu sieben Sitzen hinzu.

Abmessungen (je nach Generation, ohne Allspace): 4,43 m bis 4,49 m x 1,81 m bis 1,84 m x 1,63 m bis 1,70 m (L x B x H); Kofferraumvolumen: 470 l bis 1.510 l (1. Generation), 615 l bis 1.655 l (2. Generation).

Stärken: Älteren Fahrern gibt er ein sicheres Gefühl, denn die hohe Sitzposition sorgt neben einfachem Einstieg für mehr Überblick übers Verkehrsgeschehen. Technisch überzeugen mit Blick auf die Kfz-Hauptuntersuchung (HU) die Lenkung, Funktion von Fuß- und Handbremse sowie Bremsleitungen und -schläuche, die allesamt unter dem Mängeldurchschnitt bleiben. Auch hinsichtlich Ölverlust und Auspuffanlage gibt es selten Beanstandungen, so der "Auto Bild TÜV Report 2020".

Schwächen: Fehlstelle am Tiguan sind bereits ab der ersten HU die Radaufhängungen, deren Mängelquote laut Report über alle Jahre 8,6 mal höher liegt als beim Durchschnitt, noch 3,6 mal häufiger werden Federn und Dämpfung beanstandet. Bei der zweiten und dritten HU fällt der Tiguan laut TÜV-Report zu oft bei der Abgasuntersuchung durch. Früh Probleme machen auch die Bremsscheiben.

Pannenverhalten: Der ADAC schreibt mit Blick auf seine Pannenstatistik: "Der Tiguan landet bis 2012 im Mittelfeld, die jüngeren Jahrgänge sind gut." Zu den Pannenschwerpunkten gehören Defekte an der Abgasrückführung bei Fahrzeugen vom Erstzulassungsjahr 2011 und an der Batterie (2009, 2011 bis 2012) sowie gelängte oder gerissene Steuerketten (2009).

Motoren: Benziner (Vierzylinder, Front- und Allradantrieb): 92 kW/125 PS bis 169 kW/230 PS; Diesel (Vierzylinder, Front- und Allradantrieb): 85 kW/115 PS und 176 kW/240 PS. Hinweis: Auch der vom Dieselskandal betroffene Motor mit dem Kürzel EA 189 wurde verbaut.