Sicher unterwegs mit dem E-Scooter

Für Elektro-Tretroller gilt künftig grünes Licht im Straßenverkehr. Was ist beim Fahren mit den kleinen Flitzern zu beachten? Der Unfallforscher Siegfried Brockmann gibt Tipps und teilt erste Erfahrungen.

Frage: Sind Sie selbst schon einmal einen E-Roller gefahren?

Antwort: Ja, im Ausland und sogar ein ganz stabiles Exemplar. Ich finde, man gewöhnt sich schnell daran. Aber genau darum unterschätzt man die Gefahren und wird leichtsinnig.

Frage: Was ist beim Fahren zu beachten?

Antwort: Ich finde die Beschleunigung schon beachtlich. Solange man eine gute Oberfläche hat, fährt es sich ganz stabil und sicher. 20 km/h sind aber im Falle einer Kollision oder eines Sturzes eine Geschwindigkeit, bei der man andere oder sich selbst durchaus schwer verletzen kann.

Frage: Was ist typisch für das Fahrverhalten der Roller?

Antwort: Es gibt bei den Rollertypen extrem große Unterschiede. Je stabiler die Konstruktion und je größer der Raddurchmesser, umso sicherer fährt man. Mit kleinen Rädern ist das Fahrverhalten grundsätzlich instabiler, und Hindernisse bringen das Fahrzeug schneller aus der Balance. Leider bedeutet sicherer damit in der Regel auch schwerer und unhandlicher.

Frage: Wie sollten sich Rollerfahrer verhalten, damit sie andere und sich selbst nicht in Gefahr bringen?

Antwort: Wie jeder andere Verkehrsteilnehmer auch: defensiv und rücksichtsvoll. Allerdings kann ich keinen Grund erkennen, warum sich Scooter-Fahrer in der Praxis besser verhalten sollten, als wir das heute bei anderen Verkehrsteilnehmern beobachten.

Frage: Ist ein Helm wichtig und warum?

Antwort: Eine aus den USA bekannte Studie zeigt besonders viele sogenannte Alleinunfälle, also Stürze ohne Unfallgegner. Bei diesen war sehr häufig der Kopf betroffen. Eine Helmempfehlung würde ich dringend abgeben, eine Pflicht halte ich vorläufig nicht für erforderlich. Zu den Unfallabläufen sind sicherlich weitere Forschungen nötig.

Frage: Was für Kleidung sollten E-Tretroller-Fahrer tragen?

Antwort: Das ist doch eine theoretische Frage: Natürlich wären Helm und Protektoren dienlich, ähnlich dem Inline-Skating. Aber dann wäre ja die Flexibilität und der Einsatz für die letzte Meile nicht mehr gegeben. Es wird also in der Praxis auf die normale Alltagskleidung hinauslaufen.