Smarter stauen: Pfiffige Details bei Kombis und SUVs

Je größer, desto besser? Zwar schauen Firmenwagenfahrer und Familienväter bei der Wahl eines praktischen Autos zuerst auf das Kofferraumvolumen. Doch kommt es bei Kombis oder SUVs nicht allein auf die Literzahl an. Sondern für den Alltag zwischen Kindergarten, Supermarkt und Ferienwohnung sind oftmals ein paar pfiffige Detaillösungen viel wichtiger.

Die Gepäckraumabdeckung ist für Lademeister Lust und Leid zugleich. Denn so praktisch es ist, wenn man mit ihr neugierige Blicke aussperren kann, so sehr stört sie, wenn man ein bisschen mehr einladen muss. Musste man sie dafür früher mühsam ausbauen und daheim in der Garderobe zwischenlagern, lässt sie sich seit einigen Jahren bei vielen Autos in einem extra Fach unter dem Ladeboden verstauen. Im BMW X5 gibt es dafür jetzt eine besonders komfortable Lösung: Zum ersten Mal funktioniert das elektrisch, und die gesamte Kassette surrt auf Knopfdruck in den Keller des Kofferraums.

Mit verschiebbaren und umklappbaren Sitzen lässt sich für jeden Anlass der richtige Kompromiss zwischen Kind und Kegel finden. In vielen Autos riskiert man dabei allerdings seine Fingernägel, weil die manuellen Mechanismen oft schwergängig und die Bedienschlaufen oder -hebel schlecht erreichbar sind. Deshalb gehören in den gehobenen Kategorien elektrische Lösungen mittlerweile zum Standard. Land Rover war das allerdings noch nicht genug. Deshalb haben die Briten die Sitzverstellung beim Discovery mit einer App gekoppelt, so dass man den Laderaum vom Smartphone aus schon erweitern kann, während man im Möbelhaus noch an der Kasse steht.

Große Klappe, viel dahinter? Das mag zwar eine gängige Ansicht sein, birgt aber im Alltag bisweilen gravierende Nachteile. Denn je größer die Klappe ist, desto größer muss auch die Parklücke sein, wenn man beim abgestellten Auto den Verschlag öffnen will. Diesem Problem tragen viele Hersteller mit einer geteilten Heckklappe Rechnung: Bei Autos wie dem Range Rover oder dem BMW X5 schwingt deshalb eine Hälfte nach oben und die andere nach unten auf. Bei Modellen wie dem Peugeot Rifter, der V-Klasse von Mercedes oder dem Fünfer Touring von BMW kann man zumindest die Scheibe separat öffnen und so auch in engen Lücken leicht laden.

Je größer der Kofferraum, desto größer ist auch die Gefahr, sein Auto zu überladen. Denn nicht immer korrespondieren die Kilogramm der erlaubten Zuladung mit den Litern das Ladevolumens. Dieser Gefahr begegnet Opel beim neuen Combo nun erstmals mit einer Art eingebauter Waage zur automatischen Gewichtskontrolle: Leuchtdioden im Cockpit schlagen Alarm, wenn es der Lademeister übertrieben und zu viele Pfunde durch die Heckklappe gewuchtet hat.

Die Sicherung der Ladung wird gerne vernachlässigt. Dabei bieten nahezu alle Hersteller entsprechende Systeme mit Schienen im Ladeboden und verschiebbaren Zurrösen, Bändern oder Querstreben an, mit denen Koffer auch in Kurven an ihrem Platz gehalten werden können. BMW bietet im neuen X5 und X7 ein System zur automatischen Ladungssicherung und installiert im Kofferraumboden spezielle Schienen mit einer Anti-Rutsch-Beschichtung. Diese werden mit einem Federmechanismus von unten gegen die Ladung gedrückt und geben ihr so an Steigungen oder in Kurven Halt.

Wohin mit der Kameraausrüstung, den Angelruten, der Staffelei oder dem Jagdgewehr? Das sind zugegeben echte Luxusprobleme. Doch weil der Rolls-Royce Cullinan ja auch ein Luxus-SUV ist, nimmt sich der Hersteller solcher Fragen besonders gründlich an - zumal Geld bei der Klientel nur eine untergeordnete Rolle spielt.

Deshalb gibt es für einen hohen vierstellige Aufpreis im Kofferraum "Recreation Modules" - elektrische Schubladen mit maßgeschneiderten Einsätzen für allerlei Freizeitgerätschaften. Und das ist nicht das einzige ungewöhnliche Detail, mit dem Rolls-Royce Lademeistern das Leben erleichtern will. Sondern zum ersten Mal führen die Briten in einem Kombi oder SUV eine Trennscheibe zwischen Rückbank und Kofferraum ein. Gab es die bislang nur zwischen der ersten und der zweiten Reihe, um die Privatsphäre zu gewährleisten, wird sie jetzt nach hinten versetzt, damit es drinnen keine Temperaturschwankungen gibt, wenn das Personal die Heckklappe öffnet.

Eine englische Eigenheit ist die Picknick-Bestuhlung. Weil es auf der Insel Usus ist, dass auch Besserverdiener Sportveranstaltungen wie Pferderennen oder Treibjagden vom Auto aus verfolgen, haben große Geländewagen eine geteilte Heckklappe, deren untere Hälfte stabil genug ist, um zwei Personen als Freisitz zu dienen.

Bei Luxusmodellen wie dem Range Rover, dem Bentley Bentayga oder eben dem Cullinan muss man dabei allerdings nicht auf der harten Pritsche Platz nehmen. Sondern für in der Regel fünfstellige Aufpreise montieren die Hersteller lederne Klappsessel, die auf Knopfdruck in Position surren.

Wer voll beladen mit Sackerln oder Taschen an seinen Kofferraum kommt, der wird die Gestensteuerung für die Heckklappe zu schätzen lernen, die sich seit einigen Jahren bis hinunter in die Kompaktklasse bei Kombis und SUV etabliert hat. Statt mühsam den Schlüssel aus der Tasche zu friemeln und den Knopf für die Fernbedienung zu drücken, reicht es dabei, einen Fuß unter dem Heck zu schwenken oder dem Wagen einen angedeuteten Tritt zu verpassen, damit sich die Kofferraumklappe elektrisch öffnet.

Türtaschen und Ablagen in den Mittelkonsolen sind gang und gäbe. Doch bei Kombis und SUV finden sich noch viel mehr Ablagen für den üblichen Kleinkram auf großen Reisen. Besonders kreativ waren dabei die Entwickler des neuen Citroën Berlingo. Sie haben nicht nur Klappen im Fußraum eingebaut, hinter denen man etwas verstauen kann. Sondern sie haben auch eine Art Hochregal unter das Dach gezimmert.

Vorn funktioniert die offene Konsole ein bisschen wie die Gepäckablage im Reisebus. Hinten dagegen wie der Dachboden in einem alten Bauernhaus. Denn es gibt sowohl vom Kofferraum als auch vom Rücksitz aus einen Zugriff zu dem Fach, in dem man zum Beispiel Jacken oder Kuscheltiere verstauen kann, ohne dass sie zwischen Koffer und Kisten geraten.