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So kommen Sie sicher zum Gebrauchtwagen
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Dunkle Hinterhöfe, flatternde Fähnchen im Wind oder aber blitzeblank polierte Autos im strahlenden Showroom: die Wege zum neuen Gebrauchten sind mannigfaltig - wie kommen Sie da sicher durch? 10 Tipps, worauf Käufer von Gebrauchtwagen achten sollten.

1. ANREISE: Ob sich eine lange Anreise zu einem Kaufangebot rentiert, hängt ganz vom Fahrzeug und Preis ab, so Marcel Mühlich vom Auto Club Europa (ACE). "Exoten oder spezielle Autos finden sich selten in der Nähe. Auch gibt es häufig regionale Preisunterschiede, daher kann sich eine weite Anreise durchaus lohnen."

2. KONTAKTAUFNAHME: Wer ein passendes Angebot findet, sollte zuerst den Verkäufer kontaktieren, aber nicht unbedingt mitteilen, dass er von weiter weg anreist. "Das verschlechtert die Basis für die Preisverhandlung", sagt Mühlich.

3. UNTERSCHIED PRIVAT UND HÄNDLER: "Privatverkäufer können die Sachmängelhaftung ausschließen, gewerbliche Verkäufer können das nicht", sagt Marcel Mühlich. Einige Händler wollen das umgehen, indem sie als Vermittler auftreten und das Auto "nur an Gewerbe", "für den Export" oder "im Auftrag" verkaufen. "Interessenten sollten davon die Finger lassen und besser weitersuchen", sagt Mühlich.

4. BESICHTIGUNG: Zu einer Besichtigung sollten Autokäufer zu zweit fahren, rät Jochen Kurz von Autoscout24. "Vier Augen sehen mehr als zwei, und der Begleiter kann vor Fehlkäufen warnen", sagt er. Vor Treffen an unbekannten, einsamen und dunklen Orten warnt der Experte, ebenso bei angeblichem Zeitmangel des Verkäufers. "Bei einer Besichtigung bei Tageslicht sollten beide Seiten ausreichend Zeit für Fragen und eine Probefahrt einplanen", sagt er.

ACE-Vertrauensanwalt Arndt Kempgens rät, darauf zu achten, wer überhaupt der Verhandlungspartner ist: "Wer zeigt mir das Auto? Halter, Fahrer, ein Freund des Halters? Das sollte zu Beginn der Besichtigung geklärt werden", sagt er. Danach folgen Fragen zum Verkaufsgrund, wie lange das Auto im Besitz war und zum Pflegezustand. "Die Geschichte muss passen, ebenso wie die Einträge im Scheckheft mit der Kilometeranzeige im Cockpit", sagt er.

Vor Schnäppchenkauf warnt der Rechtsanwalt, vor allem, wenn der Verkäufer dubios wirkt. Beim Gang rund ums Auto kontrollieren Interessenten unter anderem Lackbild, Spaltmaße, Leuchten, Radhäuser, HU-Plakette, Felgen und die Profiltiefe der Reifen. Dafür bieten Autoclubs oder Verkaufsportale auch Checklisten.

Noch vor der Probefahrt sollten Interessenten darauf achten, dass der Motor kalt ist. "Das ist wichtig, um den Kaltstart zu kontrollieren. Dabei auf die Abgasbildung und Motorgeräusche achten, wie auch bei der späteren Probefahrt", rät Mühlich. Etwaige Aufkleber geben Auskunft, wann eine Werkstatt das letzte Mal die Flüssigkeiten gewechselt hat oder vielleicht auch den Zahnriemen erneuerte.

"Stellt der Interessent fest, dass der Ölwechsel-Anhänger einen höheren Kilometerstand angibt als der Kilometerzähler im Armaturenbrett, weiß er, dass etwas nicht stimmt", sagt ADAC-Sprecherin Melanie Mikulla.

5. KONTROLLE DER PAPIERE: Unterlagen wie Fahrzeugschein und Fahrzeugpapiere kontrollieren Interessenten gründlich. "Stimmt die Fahrgestellnummer im Auto mit den Papieren überein? Ist der letzte Halter auch der Verkäufer, gibt es Vorschäden?", sagt Rechtsanwalt Kempgens. "Je mehr Unterlagen wie Rechnungen von Reparaturen, Wartungen oder HU-Protokolle der Verkäufer zeigen kann, umso besser", sagt Marcel Mühlich. Damit lässt sich die Historie nachverfolgen und lassen sich eventuelle frisierte Kilometerangaben aufdecken.

6. PROBEFAHRT: "Grundsätzlich haftet der Probefahrer für alle verschuldeten Schäden", sagt Melanie Mikulla. Deshalb müsse vor Beginn der Probefahrt geklärt werden, wie das Auto versichert sei, wer im Schadensfall die Haftung für Schäden übernehmen oder wer die Kosten der Selbstbeteiligung und den Rückstufungsschaden tragen müsse. Eine Probefahrt-Vereinbarung sollte unterzeichnet werden.

7. PREISVERHANDLUNG: "Bei der Preisverhandlung rentiert es sich, wenn sich der Interessent neutral verhält", sagt Jochen Kurz. Mit einer vorherigen Preisrecherche hat man schon eine marktgerechte und realistische Preisidee. Bei der Besichtigung entdeckte Argumente für Preissenkungen, etwa Reparaturkosten sollten einfließen.

8. VERTRAG: Um die meisten Streitpunkte zu vermeiden, sollten Interessenten eine anerkannte Kaufvertragsvorlage etwa von Autoclubs wie dem ADAC oder den Gebrauchtwagen-Börsen ausdrucken und die zusammengetragenen Punkte beachten. Dabei unbedingt das Foto auf dem Ausweis mit dem Verkäufer abgleichen. "Ein vorläufiger Ausweis reicht nicht, da er leicht zu fälschen ist", sagt Kempgens.

"Alle Zusagen oder Vereinbarungen, die während der Besichtigung genannt werden, sollten schriftlich in den Kaufvertrag aufgenommen werden", sagt er. Bei Verträgen mit Händlern unbedingt darauf achten, dass Gewährleistung gegeben wird.

9. BEZAHLUNG: Am sichersten mit Bargeld. Beim Bezahlen schauen beide Seiten genau hin. Die Zahlung wird mit dem genauen Betrag im Kaufvertrag quittiert. Vor Vorabüberweisungen raten die Experten ebenso ab wie von Bezahlungen per Paypal-Konten.

10. ABMELDUNG/UMMELDUNG: Am sichersten ist es, das Auto abgemeldet zu verkaufen. In der Praxis werden gebrauchte Autos von Privat aber meist mit gültigen Kennzeichen verkauft. "Daher unbedingt in den Kaufvertrag reinschreiben, bis wann das Auto umgemeldet werden muss", rät Kempgens.

Akku-Hochdruckreiniger im Test
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Kabellose Hoch- und Mitteldruckreiniger mit Akku sollen Fahrrad, Motorrad, Auto und Co reinigen. Einige brauchen dank Vorratstank noch nicht mal einen Wasseranschluss. Ein Test zeigt, was sie taugen.

Ohne Steckdose oder gar Wasseranschluss mal eben Auto, Anhänger oder Fahrrad abstrahlen? Hoch- und Mitteldruckreiniger mit Akku sollen das möglich machen. Ein Test der Zeitschrift "Auto, Motor und Sport" (17/2021) zeigt: Unter den zehn geprüften Geräten für Kaufpreise zwischen 90 und 403 Euro können das die meisten leisten. Sechs Geräte sind "empfehlenswert", drei sind das bedingt. Ein Modell ist "sehr empfehlenswert".

Bei den Hochdruckreinigern von 70 bis 110 bar Arbeitsdruck hat der "Kärcher K 2 Battery" (342 Euro) mit "sehr empfehlenswert" die Nase vorn. Mit viel Zubehör zeigte er die beste Reinigungsleistung. Dahinter folgen der "Gardena Aqua Clean Li-40/60" (403 Euro) und der "Gloria Multijet 36V" (299 Euro). Beide reinigen ordentlich, so die Zeitschrift, und sind jeweils "empfehlenswert".

Etwas weniger Druck liefern die Mitteldruckreiniger bis 25 bar Druck. Hier siegt der "Gardena Aqua Clean 24/18V" (190 Euro) vor dem "Worx Hydroshot WG630E" (179 Euro) und dem "Kärcher KHB 6 Battery" (170 Euro). Alle drei sind "empfehlenswert".

Druck allein ist nicht alles

Bei Modellen für die Steckdose gehören Geräte mit 100 bar Druck zur Einsteigerklasse, so die Zeitschrift. Für einfache Fahrzeugwäschen dürften aber selbst die Geräte mit nur 25 bar genügen. Mit den größeren Geräten hätte man "fast schon einen Alleskönner", so die Tester. Für die Qualität kommt es auch auf eine hochwertige Düse und den Wasserdurchsatz an. Je höher, desto besser. Die guten Geräte lassen circa 200 und 300 Liter pro Stunde durch. Klingt viel, aber bei einem Gartenschlauch sind das in derselben Zeit bis zu 3.500 Liter.

Wichtig: Dampfstrahlen ist nicht möglich, denn Heißwasserreiniger würden bei den Akku-Geräten nicht angeboten. Außerdem ist die Akkulaufzeit begrenzt und liegt hier zwischen 7 und 19 Minuten. Danach muss aufgeladen werden - meist über Stunden. Ein zweiter Akku kann sinnvoll werden, aber auch zwischen 30 und 180 Euro kosten.

Manche Modelle können dank Vorratstank auch autark genutzt werden. Einige haben einen Anschluss für eine PET-Flasche oder einen Ansaugschlauch für Wasserkübel.

Werden Universalmotoren verbaut, sind diese günstig und leicht, haben aber nur eine Lebensdauer von etwa 80 bis 100 Stunden. Das reicht für Jahre, wenn man etwa stets nur kurz das Auto abstrahlt. Werden solche Modelle aber auch im Haushalt genutzt, verkürzt sich die Lebensdauer entsprechend.

Piekfeiner Panzerwagen: Mercedes S-Klasse Guard
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Für manche Autofahrer heißt Sicherheit mehr als Airbags und Assistenzsysteme: Für sie liefert Mercedes die S-Klasse auch als schusssichere Limousine. Doch diese Sicherheit hat ihren Preis.

Mercedes bietet die S-Klasse ein Jahr nach der Premiere nun auch wieder als Sonderschutz-Limousine an. Wer das Flaggschiff der Schwaben für Deutschland-Preise ab 547.400 Euro als S 680 Guard bestellt, bekommt laut Hersteller eine massive Panzerung wie es sie sonst bei keinem anderen Serienfahrzeug gebe. Mit der Schutzklasse VPAM VR10 erfülle die S-Klasse die höchste ballistische Prüfstufe für Zivilfahrzeuge und halte damit neben Sprengstoffattacken unter anderem auch dem Angriff mit Handgranaten und dem Beschuss mit Scharfschützengewehren stand, so der Hersteller weiter.

Über 600 PS aber nur knapp über Tempo 200 Spitze

Von außen nahezu nicht zu erkennen, trägt die S-Klasse dafür unter ihrer Aluminium-Karosserie eine ausgeklügelte Grundkonstruktion aus überlappendem Panzerstahl und Spezialfasern und bekommt armdicke Scheiben mit besonders robusten Folien dazwischen. Weil so das Gewicht auf über vier Tonnen steigt, gibt es die Guard-Version ausschließlich als S 680 mit einem V12-Motor, der 450 kW/612 PS leistet und mit bis zu 830 Nm den nötigen Durchzug für den schnellen Rückzug entwickelt. Allerdings ist die Höchstgeschwindigkeit mit Rücksicht auf die schusssicheren Reifen auf 210 km/h limitiert.

Blaulicht und Feuerlöschanlage

Während Mercedes bei der Komfortausstattung kaum Kompromisse macht und die meisten Extras aus der S-Klasse übernimmt, haben die Schwaben hier noch weitere Extras entwickelt - die reichen vom dezent versteckten Blaulicht über die integrierte Feuerlöschanlage bis hin zur elektrischen Zuziehhilfe für die zentnerschweren Panzertüren, berichtet Projektleiter Andreas Zygan.

Zwar prüft Mercedes den Leumund der vergleichsweise speziellen Kunden und liefert die meisten Guard-Modelle an Behörden, Regierungen und Königshäuser. Doch kaufen kann den Wagen im Grunde jeder, sagt Zygan. Nur der Kreis der Fahrer ist eingeschränkt. Angesichts des üppigen Gewichts braucht man für diese S-Klasse einen Lkw-Führerschein.

Klassische Transporter abseits vom Bulli
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Neben VW Bulli und Ford Transit gibt es noch andere historische Oldtimer mit sehr viel Platz. Der Mercedes L 206 D wird jetzt 50 Jahre alt, ein Fahrzeug mit bewegter Geschichte. Doch es gibt noch mehr.

Wer an historische Kleintransporter denkt, hat meist einen VW Bulli im Kopf, vielleicht noch einen alten Ford Transit. Doch es gibt weitere leichte Nutzfahrzeuge jenseits der meistverkauften Transporter, die heute noch für Oldtimer-Fans mit viel Platzbedarf interessant sein könnten. Wie etwa der Mercedes L 206 D, ein Transporter mit einer langen Geschichte.

Mit zugekaufter Firma das Modellangebot erweitert

Am ersten Jänner 1971 übernahm Daimler-Benz den Transporter-Hersteller Hanomag-Henschel komplett, erläutert Mercedes-Benz Classic. Seit 1969 hatte man bereits die Mehrheit und versorgte einige Modelle wahlweise mit Mercedes-Motoren. So stiegen die Stuttgarter auch in den Bereich der leichten Nutzfahrzeuge ein. Bereits 1970 liefen erste Modelle als Mercedes mit Stern und etwas besserer Ausstattung vom Band, etwa die Transporter L 206 D und L 207, die Anfang 1971 offiziell präsentiert wurden.

Die Fahrzeuge basierten auf dem Hanomag-Henschel F20 bis F35 und unterschieden sich anfangs nur durch wenige Ausstattungsmerkmale. Nun als Mercedes trugen sie den Stern und erweiterten das Nutzfahrzeug-Programm der Stuttgarter.

Verfügbar war ein 60-PS-Diesel von Mercedes und bis 1977 auch ein Austin-Benziner mit 70 PS in den Typen L 207 und L 307. Anfangs hatte der Dieselmotor nur 55 PS. Mercedes rundete aber für die Nomenklatur auf 60 auf. Ab 1972 erhielt der Motor aber volle 60 PS. Das L in L 206 bedeutet "Lastwagen in Kurzhauber-Ausführung", die 20 steht für zwei Tonnen maximales Fahrzeuggewicht und die 6 für 60 PS. Bei einem Diesel folgte noch das D. Dazu konnten Kunden wie etwa bei VW Bulli und Ford Transit verschiedene Aufbauten wie Kastenwagen, Kombi, Pritsche und Doppelkabine wählen.

Stephan Heide sieht die Besonderheit der Mercedes-Modelle in der Herkunft und der Technik. "Im Prinzip handelt es sich beim L 206 um eine Weiterentwicklung des Tempo Matador E von 1963, der wiederum von Hanomag weiterentwickelt wurde und ab Anfang der 1970er unter dem Mercedes-Stern lief", erklärt der stellvertretende Chefredakteur von "Last & Kraft", einer Fachzeitschrift für historische Nutzfahrzeuge. Dazu komme ein Rohrrahmenchassis mit Frontantrieb, das ein flexibles Heck mit ebener Ladefläche und vielen Aufbaumöglichkeiten bietet.

"Die Grundidee von Tempo war damals gut, daher hat Mercedes diese übernommen, nach einer Pause sogar ab 1988 wieder im Mercedes MB 100", sagt Stephan Heide. Doch im harten Arbeitsalltag der 1970er Jahre haben nur wenige Fahrzeuge überlebt, die meisten wurden verschlissen. Im Gegensatz zu Borgward B611, Ford Transit oder VW Bulli hat sich in den vergangenen Jahren daher keine große Szene für das Mercedes-Modell entwickelt.

Sammelleidenschaft ohne Aufpreise für Kultstatus

Der Markt für historische Transporter wie Tempo Matador, Hanomag Matador, Hanomag-Henschel F25 oder Mercedes L 206/L 207 ist daher eher klein. "Es sind unterschätzte Fahrzeuge, die zwar gesammelt, aber nur selten verkauft werden", sagt Aleksandra Lippert vom Marktbeobachter Classic Analytics. "Sie genießen keinen Kult-Charakter wie ein VW Bulli und werden, wenn sie überhaupt angeboten werden, günstig verkauft", sagt Lippert. Gut gepflegte Fahrzeuge gebe es für unter 12.000 Euro. Ausnahme davon beim Mercedes L206 bilden spezielle Wohnmobile vom Karosseriebauer Orion.

Beliebte Transporter seien VW Bullis aus nahezu allen Generationen, die kleinen Fiat 238 und die größeren Mercedes-Transporter T 2 der Düsseldorfer-Reihe "DüDo", unter anderem L 406 D, L 508 D oder L 613 D. "Die großen L 613 D sind bei Campern beliebt, besonders die mit der breiten Karosserie und dem Sechszylinder-Motor", sagt Lippert. Selbst der in Deutschland neu häufig verkaufte Ford Transit fristet gebraucht ein Nischendasein und ist meist günstig zu haben.

Günstige Bezugsquellen können auch Versteigerungen sein

Finden lassen sich spannende Fahrzeuge auch auf Gebrauchtwagenportalen oder auf Fahrzeug-Versteigerungen von Behörden wie von Polizei oder Feuerwehr. Feuerwehren versteigern immer wieder Tragkraftspritzenfahrzeuge (TSF) von VW Bus, VW LT oder Ford Transit. Behördenfahrzeuge haben meist wenig Laufleistung und wurden gut gepflegt. Je nach Modell und Zustand kosten sie zwischen 5000 und 8000 Euro. Für die größeren Löschgruppenfahrzeuge 8 (LF8) zahlen Liebhaber über 10 000 Euro. "Transporter werden, bis auf die Feuerwehrwagen, meist wenig geschont und weniger gut gepflegt. Rost kann daher überall entstehen und ist ein echtes Problem", sagt Aleksandra Lippert.

Worauf beim klassischen Transporterkauf zu achten ist

Das sieht Hans Gerd Brauneiser von der Rheinlandgarage in Köln ähnlich. Es komme aber stark auf den vorherigen Einsatz und den anschließenden Pflegeaufwand an. "Die meisten historischen Transporter wurden hart rangenommen und zeigen dementsprechend viele Spuren. Rost gibt es in allen Ecken", sagt Brauneiser. Dazu treten Probleme häufig an den Trommelbremsen auf, je nach Marke und Modell unterschiedlich ausgeprägt. Sind die verschlissen, lassen sich originale Sätze nicht so einfach besorgen - einige Ersatzteile gebe es schlicht nicht mehr.

Auch bei Karosserieteilen und Glas für Front-, Seiten- und Heckscheibe herrsche bei Exoten, also bei allen Modellen außer dem VW Bulli, häufig Mangelware. Ein guter Kontakt zu einem Karosseriebauer oder gutes handwerkliches Geschick seien daher bei Reparaturen von Vorteil.

Bei gepflegten Fahrzeugen von Behörden sei die Technik meist in Ordnung, dafür gebe es häufig Standschäden. "Vor dem Kauf sollten Interessenten daher alle Lager und Gummis kontrollieren, wie Hardyscheibe, Lenkwellen, Stabilager, aber auch Reifen und Dichtungen. Die können mit der Zeit einfach wegbröseln", sagt Hans Gerd Brauneiser.

Die Gretchenfrage: Benziner oder Diesel?

Wer zwischen einem Benziner und einem Diesel schwankt, sollte lieber einen Benziner nehmen. "Die Motoren verbrauchen zwar etwas mehr, fahren aber besser als die lahmen Saugdiesel und sind auch günstiger bei Reparaturen. Eine Überholung einer historischen Einspritzpumpe kann sehr teuer werden", weiß Hans Gerd Brauneiser. Als Spezialist für historische Ford-Fahrzeuge empfiehlt er einen Transit III ab Baujahr 1978, der statt des schwachen V4-Motors einen modernen Reihenvierzylinder mit oberer Nockenwelle besitzt. Der Motor lasse sich einfach und günstig reparieren und ihm auch ein paar PS mehr einhauchen. Kastenwagen seien meist günstiger als Kombis mit Seitenscheiben.

Daimler-Benz wickelte Hanomag übrigens ab 1974 ab, die Marke verschwand. Bis August 1977 baute man noch alte Hanomag-Entwicklungen wie den L 206 D / L 307 mit Stern - dann war dieses Auto Geschichte. Ab 1978 gliederte Daimler Benz alle Betriebsstätten von Hanomag-Henschel als Zweigwerke ein. Rund 304 000 Fahrzeuge entstanden von Hanomag und Mercedes, davon 165 000 Fahrzeuge mit dem Stern.

270406 Jul 21

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