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Wechsel auf Winterreifen noch im Oktober sinnvoll
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Auch wenn die situative Winterausrüstungspflicht erst ab 1. November gilt, wird es laut ÖAMTC langsam Zeit, an den Reifenwechsel zu denken. "Möglicherweise dauert es noch ein wenig, bis es in tieferen Lagen ebenfalls schneit. Sommerreifen sind jedoch für wärmere Temperaturen ausgelegt, was sich auf den Grip und damit auf die Verkehrssicherheit auf allen Straßen auswirkt", so ÖAMTC-Techniker Steffan Kerbl.

Zum Umstecken sollte man sich so bald wie möglich einen Termin ausmachen. Erfahrungsgemäß sind die Werkstätten im Herbst schnell ausgebucht. Zuvor spllte die Funktionstüchtigkeit der Winterreifen überprüft werden. "Die Profiltiefe muss die ganze Saison über mindestens vier Millimeter betragen", so der Fachmann des Mobilitätsclubs. Auch wenn Risse oder andere Schäden erkennbar sind, wird es Zeit für neue Pneus.

Auch wer im Winter mit dem Fahrrad unterwegs sein möchte, sollte im Sinne der Sicherheit auch über die Anschaffung von Winterreifen nachdenken. "Inzwischen existieren am Markt auch Winterreifen für Fahrräder und E-Bikes. Durch die Gummimischung und das Profil, haben diese definitiv Vorteile gegenüber normalen Reifen", so der Techniker.

Motorradbranche sieht Potenzial bei Elektro-Zweirädern
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Der Motorradbranche reibt sich wegen des Umstiegs auf Elektromotoren die Hände. Gerade in Städten gebe es großes Potenzial, in Wien sei der Anteil an Zweirädern nur halb so hoch wie etwa in Mailand, rechnete die Branche auf einem Pressetermin vor. Wichtig sei, dass die Politik Motorräder bei der Mobilitätswende als Teil der Lösung betrachte. Die zuständige Ministerin Leonore Gewessler kündigte an, die Förderungen E-Motorräder 2022 fortzuführen.

Obmann der Arge 2Rad und KTM-Vorstandsmitglied Hubert Trunkenpolz sprach von einem Megatrend weg vom Auto hin zum motorisierten Zweirad. Gründe dafür gebe es mehrere - das reiche vom Umfahren der Staus bis hin zum Parken in Innenstädten. Die Corona-Pandemie habe den Trend beschleunigt, so Trunkenpolz. Zahlen der Interessenvertreter zufolge besitzt mittlerweile jeder neunte Österreicher ein Motorrad. Bei kleineren Motorrädern, bei Mopeds, sei der Elektroanteil größer als bei den Pkw.

Die heimische Motorradindustrie hat sich das Vespa-Heimatland Italien als Vorbild genommen und drängt die Politik darauf, die Förderprämien für E-Motorräder von derzeit bis zu 1.200 Euro zu erhöhen. In Italien würden auch größere Motorräder mit 30 Prozent des Kaufpreises gefördert. Würde Wiens Zweirad-Anteil von aktuell 13 Prozent aller Fahrzeuge auf jene 26 Prozent Mailands verdoppelt, könnte in der Stadt eine Parkplatzfläche von einem Quadratkilometer eingespart werden, das sei die Fläche von 128 Fußballfeldern oder fast die Fläche der Josefstadt.

Österreich sei auch Technologieführer, meinte Trunkenpolz mit Blick auf das Konsortium der KTM-Mutter Pierer Mobility mit Honda, Yamaha und der Piaggio-Gruppe. Gemeinsam will man in Anif bei Salzburg um 20 Mio. Euro ein tauschbares Akkusystem für Motorräder entwickeln und zum Industriestandard machen. Hintergrund ist auch, dass Motorradbatterien im Gegensatz zum Auto für mehr Reichweite nicht stark vergrößert werden können, ohne dass das zusätzliche Gewicht das Fahrverhalten beeinflusst. Beim Auto sei eine 300 Kilogramm schwere Batterie kein Problem, beim Motorrad sehr wohl, so Trunkenpolz.

Trunkenpolz ist dennoch überzeugt, dass nicht alle Motorräder elektrisch fahren werden. Gerade bei Motorradreisen sei der Verbrennungsmotor auch ein emotionales Thema. Um dennoch kein CO2 auszustoßen, werde man statt fossilen synthetische Kraftstoffe brauchen. Derzeit koste ein Liter E-Fuel 50 Euro, der Preis werde zwar deutlich sinken, aber immer über dem Niveau von Benzin liegen, so Trunkenpolz. Er kann sich vorstellen, dass Motorradfahrer dann eben sagen, "die drei Euro für den Liter E-Fuel leiste ich mir halt". Trunkenpolz verwies darauf, dass auch die Formel 1 und die MotoGP-Klasse auf E-Fuels umstiegen. Nebenbei, so Trunkenpolz, dauere der komplette Umstieg auf E-Motoren zu lange, um den Klimawandel aufzuhalten.

Gewessler erinnerte, dass das Ziel Klimaneutralität bis 2040 nicht bedeute, CO2 zu sparen, sondern absolut auf null Emission zu kommen. Es gehe darum, dass jeder Sektor für sich die effizienteste Technologie finde. In der Autoindustrie sei innerhalb der Branche die Entscheidung für den Elektromotor bereits gefallen. Auch die Zweiradbranche sei auf dem Weg dahin, insbesondere bei Fahrzeugen zum Pendeln. Im Mobilitätsmix der Zukunft werde jedes Verkehrsmittel seine Rolle haben, bei Zweirad sei dies etwa der Ersatz des Zweitautos oder der Zubringer zum Zug, so Gewessler. Eine Erlaubnis für schnellere Elektrofahrräder, sogenannte S-Pedelecs, auf Radwegen kann sich die Ministerin jedoch nicht vorstellen. Die Konkurrenz am Radweg sei schon jetzt zu groß.

Facelift bei Ford: Modellpflege für den kompakten Focus
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Ford hat beim Focus eine Modellpflege vorgenommen. Der Konkurrent von Opel Astra, VW Golf und Co. geht künftig zu Preisen ab 22 450 Euro für den Fünftürer an den Start, der Kombi ab 23 650 Euro. Merkmale des Facelifts sind ein retuschiertes Design, eine aktualisierte Elektronik und eine neu sortierte Motorenpalette.

Von außen ist der überarbeitete Focus laut Herstellerangaben vor allem an einer neuen, angehobenen Motorhaube und dem in den Kühler gerückten Markenlogo zu erkennen. Innen gibt es unter anderem ein neues Infotainment-System mit deutlich vergrößertem Touchscreen, das aus dem elektrischen Mustang Mach-E übernommen wird.

Auswahl an Dieselmotoren reduziert

Unter der Haube hat Ford das Motorenprogramm neu sortiert. Die beiden Mild-Hybride mit 92 kW/125 PS und 114 kW/155 PS bietet Ford nun auch mit einem Doppelkupplungsgetriebe an. Ohne diese 48-Volt-Technik gibt es einen 1,0 Liter großen Dreizylinder-Benziner mit 74 kW/100 PS oder 92 kW/125 PS.

Bei den Dieseln beschränkt sich der Hersteller künftig auf den 1,5-Liter mit 88 kW/120 PS, nicht mehr im Angebot ist der 110 kW/150 PS starke 2,0-Liter. Für die Benziner nennt Ford Verbrauchswerte zwischen 5,2 und 5,5 Liter (CO2-Ausstoß von 116 bis 125 g/km). Die Diesel stehen mit 4,2 bis 4,7 Litern (110-123 g/km) im Datenblatt.

Mit dem Facelift für die Volumenmodelle bringt Ford auch den sportlichen Focus ST auf den neuesten Stand - und mustert dabei den Diesel (140 kW/190 PS) aus. Einzige Motorisierung ist zu Preisen ab 36 500 Euro ein 2,3 Liter großer Turbo-Benziner mit 206 kW/280 PS.

Was hinter E-Call und Hersteller-Notrufen steckt
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Seit April 2018 müssen neu auf den Markt kommende Fahrzeuge mit dem europaweit funktionierenden Notrufsystem E-Call ausgeliefert werden. So hat es die EU bestimmt. Die Idee dahinter: schnellere Hilfe bei Unfällen oder in anderen Notsituationen.

"Stellt das Auto einen schweren Unfall fest, etwa über die Airbag-Sensoren, löst der E-Call selbsttätig einen Notruf aus und übermittelt Fahrzeug- und Standortdaten an die nächstgelegene Notrufzentrale", erläutert Markus Bach von der "Auto Zeitung". Über einen SOS-Knopf im Cockpit könne der Fahrer in einer Notsituation den Notruf auch selbst betätigen. Dann wird ebenfalls sofort eine telefonische Verbindung zur nächsten Notrufzentrale aufgebaut.

Natürlich braucht all das Extra-Technik. "Dazu werden vom Hersteller unter anderem eine fest installierte SIM-Karte und ein GPS-Modul für den Satellitenempfang eingebaut", erklärt Bach. Wird das E-Call-System aktiviert, erfolgt die Einwahl ins Mobilfunknetz. Es bestehe also keine dauerhafte Datenverbindung, so Bach.

Antwortet noch jemand?

Steht die Verbindung zur Notrufzentrale, wird eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter erst versuchen, mit den Autoinsassen Kontakt aufzunehmen. Deshalb gehören auch Mikro und Lautsprecher zum System. Wird festgestellt, dass niemand ansprechbar ist, schickt die Leitstelle sofort einen Rettungswagen los, erklärt Bach.

Viele Hersteller haben die geschilderte technische Basis auch schon in ihre Entertainmentsysteme verbaut und bieten darüber etwa auch Pannen-, Navigations- oder eben eigene Notrufdienste an. Hier kommt es dem ADAC zufolge dann aber mitunter auch zu Problemen.

"Wir haben bei einer Abfrage im letzten Jahr festgestellt, dass einige deutsche Autohersteller zusätzlich zum vorgeschriebenen 112-E-Call eigene Notrufe anbieten, die an ihre eigenen Callcenter gehen", sagt Arnulf Thiemel vom ADAC. "Tests haben gezeigt, dass es bis zu einer Minute dauert, bis solche Anrufe überhaupt angenommen werden. Und dann muss der Hersteller die Unfall-Infos erst an eine Rettungsstelle weiterreichen, denn nur die schickt Rettungswagen und Notarzt los."

Wertvolle Zeit

Dies sei für die Rettungskräfte wertvolle Zeit, die verloren gehe, so Thiemel weiter. Aber warum gibt es bei Audi, BMW, Mercedes und Volvo sowie bei einigen VW-Modellen eigene Notruf-Systeme? Die Hersteller führten die Ansprache des Unfallopfers in der Muttersprache auch im Ausland, den Empfang in mehr Mobilfunknetzen sowie genauere Informationen zum Unfallhergang als Argumente an, sagt Thiemel.

Auf der anderen Seite gebe es aber Berichte von Rettungsleitstellen, die beklagen, dass die Notrufzentralen der Hersteller mitunter gar nicht 24 Stunden erreichbar seien oder falsche Unfall-Koordinaten übermittelten, sagt Thiemel. Zudem gebe es Hersteller-Notrufdienste, die nur für einige Jahre kostenfrei seien und dann kostenpflichtig würden. Beim E-Call gebe es dieses Problem nicht.

Damit Notruf-Eindeutigkeit herrscht und erst gar nicht die Gefahr besteht, dass ein Notruf verzögert oder gar nicht vermittelt wird, sollte der europaweite 112-E-Call ohne Umwege an die öffentlichen Leitstellen gesendet werden, sagt Thiemel. "Diese direkte Verbindung sollte auch werksseitig bei der Fahrzeugauslieferung voreingestellt sein."

Der E-Call als Grundeinstellung

Autofahrerinnen und Autofahrer wissen in der Regel nicht, wie ihre Notrufe zur Notrufzentrale gelangen und verboten ist die Umleitung über den Hersteller auch nicht. "Wir kritisieren aber, dass der Autofahrer in den meisten Fällen dann gar nicht ohne Weiteres die Möglichkeit hat, den 112-E-Call selbst als Grundeinstellung einzustellen", sagt Thiemel.

Bei Audi, BMW und Mercedes beispielsweise müssten die Kunden extra in die Werkstatt fahren, um auf den reinen 112-E-Call umzustellen, erklärt Thiemel. Laut ADAC leiten vor allem deutsche Autohersteller die Notrufe über ihre eigenen Pannenleistellen um. Die meisten anderen europäischen oder auch die asiatischen Autofirmen hingegen hätten immer den 112-E-Call voreingestellt, der übrigens auch nie deaktiviert werden könnte.

Ob ein Auto über das E-Call-System verfügt, ist meist auf einen Blick ersichtlich, obwohl es keine einheitliche Kennzeichnung gibt. "Das Fahrzeug besitzt dann eine Taste mit der Aufschrift "eCall" oder noch häufiger "SOS", entweder in der Mittelkonsole oder am Dachhimmel", erklärt Markus Bach. "Im Zweifelsfall hilft aber auch ein Blick ins Bordbuch oder die Nachfrage beim Händler."

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